Provokante Bilder eines spanischen Thüringers in Gotha - Jorge Villalba

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Das KunstForum Gotha präsentiert vom 12. Februar bis zum 17. April 2016 Jorge Villalbas Retrospektive „2008-2015“.

Auf den ersten Blick könnte man denken, man steht vor sehr gut gemachten, hochwertigen Fotografien. Aber schon beim zweiten Hinsehen entdeckt der Betrachter: das ist Malerei! Und zwar Phantastische.

Fotorealistische Gemälde bringt Villalba mit Ölfarbe auf zum Teil deckenhohe Leinwände. Der Betrachter wird vom ersten Moment an verwirrt, denn seine Technik ist so ausgefeilt, dass das Auge fast der Täuschung einer Fotografie aufsitzt. Villalba sieht sich dabei selbst als Hyperrealist und versucht realistische Bilder mit Ihrer Detailtreue und Schönheit noch zu übertreffen.

Hinterfragt man jedoch die Motivauswahl, wird schnell klar, dass es sich um Fiktion handelt. Ein Beispiel - die Medusa: jedes Haar, jede Falte der Frau, originalgetreu übertragen auf eine fast zwei Quadratmeter große Leinwand. Nur die Schlangen auf dem Kopf verraten hier: das ist kein Foto, sondern eine Anspielung des Künstlers auf die Mythologie. Aber Villalba überrascht und verwirrt nicht nur mit seiner Technik. Er verstört auch - mit seiner Motivwahl. Bilder die wehtun, die einen nicht wegsehen lassen.

Im Juni 1975 geboren im spanischen Alicante lebt und arbeitet Villalba seit 1998 in Deutschland, in Thüringen, genauer gesagt in Tambach-Dietharz. Alicante, Granada, Valencia, Weimar und Rudolstadt sind Stationen seiner umfangreichen Ausbildung. Viel beachtete Ausstellungen in Spanien und Deutschland, einige davon im Freistaat Thüringen, gereichten dem Künstler zu Ehren, Preisen und Stipendien in Thüringen.

Zur Vernissage hatte der Maler, der in Tambach-Dietharz lebt, seine Kinder Parsival und Elsa mit. Gemeinsam unterhielten sie die Besucher vorzüglich mit Musikdie sie auf spanischer Instrumenten spielten. Die Kinder dienen ihm nicht nur als Objektstudio und Model, sie finden sich auch auf einigen seiner Bilder wieder, beispielsweise "Hänsel und Gretel".

Fazit: Eine außergewöhnliche Ausstellung, die man unbedingt gesehen haben muss (Anmerkung des Autors ...).

Autor:

Uwe-Jens Igel aus Gotha

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