Serie Mein Museum: Der Tobiashammer Ohrdruf beeindruckt mit Superlativen

Die riesige Dampfmaschine im Tobiashammer läuft mittlerweile mit einem Elektromotor.
18Bilder
  • Die riesige Dampfmaschine im Tobiashammer läuft mittlerweile mit einem Elektromotor.
  • hochgeladen von Michael Steinfeld

Die Anerkennung zum Weltkulturerbe für den Tobiashammer in Ohrdruf wünscht sich Museumsleiter Thomas Kalbitz. Größer, älter, beeindruckender - bei seinem Rundgang durch das technische Denkmal nennt er so einige Superlative, die dieses Ansinnen rechtfertigen.

Was gibt‘s Musehenswertes?

Der Tobiashammer wurde um 1480 gebaut. Er ist somit wahrscheinlich das älteste funktionsfähige Hammerwerk. Der Name kommt vom ersten bekannten Besitzer ­Tobias Albrecht. Bis 1974 wurde hier noch ­gearbeitet. Seit 1983 ist das Ganze technisches Denkmal. Wir ­demonstrieren hier anschaulich die Geschichte des Maschinenbaus, der Metallverarbeitung und die industrielle Revolution. Man hat hier alles fürs tägliche Leben produziert: Pfannen, Töpfe, ­Geräte für die Landwirtschaft, Waffen und Ritterrüstungen. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts wurde dann Kupfer verarbeitet. Gebaut wurden Kessel zum Kochen, Waschen, Baden, für ­Brauereien, Süßwarenher­steller und Orchester.

Woran führt kein Weg vorbei?

Der Tobiashammer besteht nicht nur aus dem alten Hammerwerk. Wir haben das älteste in der Welt noch erhaltene Walzwerk, das seit über 220 Jahren mit einem Wasserrad angetrieben wird. Ebenfalls voll funktionsfähig ist die 12 000 PS starke Dampf­maschine aus der Maxhütte Unterwellenborn. Sie ist 305 Tonnen schwer und eine der größten Europas. Um die ­Maschine herum haben wir eine riesige Fachwerkscheune hier wieder aufgebaut – eine der größten, die in Deutschland gebaut wurden.

Außer der Reihe:

Wir laden seit 1983 jährlich internationale Künstler, ­Metallgestalter, Kunst­schmiede ein. Was bei den Symposien entsteht, ist in ­unserem Metallskulpturenpark zu bewundern. Wir unterstützen mit einigen Werken den neuen Lutherweg in Tambach-Dietharz.

Museum zum Anfassen:

Anfassen geht wegen der ­Sicherheit nicht. Was aber geht: Hier urlauben, Messen veranstalten und ­feiern.

Museum for you?

Wir haben die ganze Welt hier. Selbst die Kinder eines Scheichs waren schon zu Besuch.

Das muss gesagt werden:

Wir gehören zu den wichtigsten Industriedenkmälern. Nicht nur das Hammerwerk ist einzigartig, sondern die Gesamtanlage. Hier wurden auch schon tolle Filme ­gedreht wie „Krupp – Eine deutsche Familie“. Mein Wunsch ist, dass der Tobiashammer UNESCO-Weltkulturerbe wird. Das Potenzial ist da, aber dazu brauchen wir das notwendige Know-how.

Ihr liebstes Stück?

Am ganzen Hammer hängt viel Herzblut. Meine Familie macht eine Menge mit. Wichtig ist mir, dass das Fachliche und der Charakter des Denkmals im Vordergrund stehen.

Empfohlen von...
Thomas ­Kalbitz, selbst­ständig (53), leitet das Museum seit 1989

Zur Sache

Tobiashammer
Suhler Straße 34, 99 885 Ohrdruf

Öffnungszeiten:
1. Mai bis 31. Oktober und an Feiertagen: Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr; 1. November bis 30. April: Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17  Uhr

www.tobiashammer.de
Telefon: 0 36 24 / 40 27 92

Autor:

Michael Steinfeld aus Erfurt

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.