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Mary Buschbaum arbeitet als Hundeführerin bei der Thüringer Polizei
Mit einem Airedale auf Fährtensuche

Mary Buschbaum und Dasko vom Köppenbusch sind ein eingespieltes Team. Der Fährtenhund ist der einzige Airedale-Terrier im
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Mary Buschbaum und Dasko vom Köppenbusch sind ein eingespieltes Team. Der Fährtenhund ist der einzige Airedale-Terrier im
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Mary Buschmann arbeitet seit 20 Jahren als Hundeführerin bei der Thüringer Polizei. Damit konnte sie sich einen beruflichen Traum erfüllen, auch wenn damit Einschnitte im Privaten verbunden sind.

Auf den Hunde gekommen ist Mary Buschbaum schon als Kind. „Wir hatten zu Hause einen Welsh-Terrier“, erklärt die Polizeihauptmeisterin. Noch heute hat der Vierbeiner einen festen Platz in ihrem Herzen, auch wenn er sich diesen mittlerweile mit vielen Artgenossen teilen muss. Denn ein Leben ohne Hunde konnte sie sich seit dem nicht mehr vorstellen.

Um so schöner ist es für die Ilmenauerin, diese Leidenschaft beruflich ausleben dürfen. Nach der Wende musste sie sich neu orientieren und begann eine Ausbildung bei der Thüringer Polizei. Seit 20 Jahren arbeitet sie dort als Hundeführerin. „Das war immer mein Traum. Schön, dass er wahr geworden ist.“

 Ihr aktueller Partner mit der kalten Schnauze heißt Dasko vom Köppenbusch. Ein Airedale-Terrier, der einzige im Dienst der Thüringer Polizei. Die Rasse ist größer als Welsh-Terrier, ähneln diesen aber in Haarstruktur, Farbe, Körperbau. „Und beide haben einen Bart“, verweist Buschbaum schmunzelnd auf eine weitere Gemeinsamkeit.

Dasko ist der vierte Diensthund, mit dem die Mitvierzigerin auf Fährtensuche geht. Nach einem Schäferhund in den Anfangsjahren ist der zwei Jahre alte Rüde nun schon der dritte Airedale-Terrier, den sie als Polizeihund trainiert.

Vorliebe für verrückte Hunde

„Einmal Airdedale, immer Airedale“, erklärt sie ihre Vorliebe für die verrückte Art dieser Rasse, die im Winter auch mal aussieht „wie eine aufgeplatzte Sofalehne“. Für die Polizeihauptmeisterin sind es die Clowns unter den Hunden.

Dasko und seine Vorgänger hat sich die Hundeführerin als Welpen selbst ausgewählt. „Wir gehen damit in Vorleistung“, erläutert sie. Die Tiere werden später von der Polizei aufgekauft – aber nur, wenn sie für den Dienst geeignet sind. „Ich trage damit das finanzielle Risiko“, stellt die Polizistin klar. Doch das sei es ihr Wert, wenn sie einen bestimmten Hund im Dienst führen möchte.

Familienanschluss nach Dienstende

 Hund und Polizist gehen eine Symbiose ein. Denn nach Dienstschluss bleiben sie ein Team. „Ein Familienanschluss ist ausdrücklich erwünscht“, so Mary Buschbaum. Nur wer das gewährleitet, kann als Hundeführer arbeiten – mit weitreichenden Konsequenzen für das Privatleben. Ob Haus- und Autokauf oder Urlaubsplanung: Immer ist an das Tiere zu denken. „Das erfordert Verständnis von den Angehörigen“, stellt sie klar. Sie selbst hat Glück. Ihr Partner arbeitet ebenfalls als Hundeführer bei der Thüringer Polizei.

Zur Arbeit fahren Polizistin und Hund gemeinsam: Egal ob es um Verfügungsdienst auf der Wache geht, Streifendienst oder zur Aufsicht bei Demonstrationen oder Fußballspielen. „Das ist für Dasko oft belastend. Denn er muss zuerst viel Zeit im Auto verbringen und im Einsatz dann gleich 100 Prozent Leistung zeigen.“

Bis zu fünf Mal am Tag kann es passieren, dass der Terrier mit der guten Nase angefordert wird. Anhand einer Geruchsprobe sucht er nach Personen. „Oftmals läuft das aber ins Leere“, so Buschbaum. Dann müsse sie im Training – zu Hause oder im Dienst – für Erfolgserlebnisse sorgen, damit Dasko motiviert bleibt.

Straftäter in Laube geschnappt

Durch die enge Verzahnung von Dienst und Privatem ist das Mensch-Tier-Gespann bestens eingespielt. Nur so ist der größte Erfolg von Dasko zu erklären. Im vergangenen Jahr spürte er einen Straftäter in einer Gartenlaube auf, der sich dort nach einer schweren Körperverletzung versteckt hatte. „Eigentlich war nicht vorgesehen, in diesem Bereich zu suchen“, erinnert sich Buschbaum. „Doch Dasko wollte unbedingt dorthin. Ich habe ihm vertraut. Und wir hatten Glück.“

Auch Hunde müssen ihren Dienst einmal quittieren. Das kann passieren, wenn der Arbeitseifer nachlässt oder das Tier die jährlich anstehenden zwei Überprüfungen nicht mehr besteht.

Doch dieser Abschied bedeutet nicht gleich eine Trennung vom tierischen Partner. Viele Hunde bleiben in den Familien und können dort ihren Lebensabend verbringen, so wie bei Mary Buschbaum. Neben zwei Polizeihunden, die sie und ihr Partner führen, kümmert sich die Familie zusätzlich um deren beiden Vorgänger. Thüringen in Gera, Gotha, Nordhausen und Suhl.

Zur Sache

+ In Gotha hat die Diensthundestaffel Westthüringen an der Freundwarte ihren Sitz. 19 Hunde, aufgeteilt in fünf Rassen, gehören dazu.

+ Die Hunde im Polizeidienst sind Schutzhunde für allgemeine Aufgaben und durchlaufen zudem eine Spezialausbildung als Fährten-, Rauschgift-, Sprengstoff-, Personen-, Brandmittel- und ­Leichen-Spürhunde.

Alle Beiträge sind Thema "Dogs with Jobs" lesen Sie HIER.

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