Zuckerdose, Milchkännchen & Co. sind passé!

Fred Gahler ist für den nächsten Flohmarkt gewappnet. Altes DDR-Spielzeug geht zurzeit am besten, sagt der Gothaer Trödler.
  • Fred Gahler ist für den nächsten Flohmarkt gewappnet. Altes DDR-Spielzeug geht zurzeit am besten, sagt der Gothaer Trödler.
  • hochgeladen von Jana Scheiding

Wenn Fred Gahler an seinen Arbeitsplatz – den Flohmarkt – denkt, fallen ihm lustige Geschichten ein. Zum Beispiel jene von der Frau, die seine Auslagen bewunderte und nach Preisen fragte, um dem Händler dann zu eröffnen,
dass sie gar kein Geld dabei habe, „um nicht in Versuchung zu geraten“. Er denkt aber auch an Stammkunden. Das Pärchen mit dem Faible für Weimarer Porzellan etwa, dem er noch einige Stücke besorgen will. Die Nachfrage
nach Porzellan sei nicht mehr groß, erzählt Fred Gahler. „Junge Leute interessieren sich nicht dafür. Wer benutzt heute noch Kaffeekanne, Milchkännchen oder Zuckerdose bei all den modernen Kaffeeautomaten?“ Auch die einstmals beliebten Ölschinken mit Jagdmotiven mutieren zusehends zum Ladenhüter. Im Trend seien heute vielmehr DDR-Spielzeug und Technik.
Zum Trödel kam Fred Gahler sozusagen wie die Jungfrau zum Kind. Der gelernte Koch betrieb jahrelang die Gaststätte in Trügleben, bis diese Ära 1995
ein Ende fand. „Das Lokal war nostalgisch eingerichtet. Die mühsam zusammengetragenen Stücke standen nun bei mir im Keller“, erinnert
sich der Gothaer. Ein Freund riet ihm damals, diese auf dem Flohmarkt anzubieten. Eine gute Idee, fand Gahler: „Ich mag Menschen und handele
gern“, bekennt der Trödler aus Leidenschaft. „Und so blieb ich dabei“. Mittlerweile ist er ein Profi. Aus einschlägigen Zeitschriften erfährt er, wo Märkte stattfinden. Dann packt er seinen grauen Transporter voll mit Spielzeug,
Porzellan, Büchern, Schallplatten, Emailleschildern – „je älter, desto besser“.
Unterwegs ist Gahler vorrangig in Thüringen und den neuen Bundesländern.
„Viele Menschen stellen sich meine Tätigkeit sehr einfach vor“, weiß der Unternehmer. „Und sehen nicht, dass man zum Beispiel 4 Uhr morgens
anreisen muss, um einen guten Platz zu bekommen.“
Wenn Flohmärkte im Außenbereich stattfinden, geht der bange Blick zum Himmel, gemeinsam mit dem Stoßgebet: Hoffentlich hält das Wetter! Fred Gahler kennt das schon mehrfach erlebte Szenario: „Stellen Sie sich vor,
Sie haben gerade die Standgebühr bezahlt und wenige Zeit später bläst
Ihnen der Wind den Pavillon davon“.
Wenn alles passt und die Leute seinen Stand bevölkern, ist Fred Gahler in seinem Element: „Natürlich macht Handeln Spaß. Aber nur so lange, wie mein Gegenüber mitbietet".

Nächste Flohmärkte:
Nachtflohmarkt: 8. September, 16 bis 23 Uhr, Festhalle Ilmenau
Flohmarkt: 8. September, 8 bis 16 Uhr, Marktplatz Arnstadt
Kindersachen-Flohmarkt: 15. September, 10 bis 15 Uhr, Alte Turnhalle Rudolstädter Straße, Arnstadt

Autor:

Jana Scheiding aus Arnstadt

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