Das wäre zum zweiten Mal in Deutschland
Ohrdrufer Wölfin könnte zum Abschuss freigegeben werden

Der Wolf - hier in einem Tiergehege - steht unter Artenschutz. Doch reißt er auch Ttiere auf Weiden. Zäune halten ihn nicht immer davon ab, wie küzzlich in Ohrdruf.  Der Abschuss darf nur das letzte Mittel sein, so das Thüringer Umweltministerium.
  • Der Wolf - hier in einem Tiergehege - steht unter Artenschutz. Doch reißt er auch Ttiere auf Weiden. Zäune halten ihn nicht immer davon ab, wie küzzlich in Ohrdruf. Der Abschuss darf nur das letzte Mittel sein, so das Thüringer Umweltministerium.
  • Foto: Gerd Zeuner
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Das Thüringer Umweltministerium erwägt den Abschuss der Ohrdrufer Wölfin.

Wie Umwelt-Staatssekretär Olaf Möller dem MDR Thüringen sagte, das sei nötig, wenn das Tier zweimal die Schutzzäune überwindet: "Wenn es tatsächlich so ist, dass der Wolf den optimalen Schutz überwindet, werden wir zur Tat schreiten."Diese Aussage kommt quasi einer Kehrtwende im grünen Umweltministerium gleich. Noch vor vier Wochen sagte Ministerin Anja Siegesmund wörtlich: "Wer dazu aufruft, Jagd auf den Wolf zu machen, der ruft zu einer Straftat auf." Wölfe sind dem Gesetz nach geschützt. Das Umweltministerium wies daraufhin, dass nach dem Thüringer Managementplan für den Wolf aber die Möglichkeit besteht, in Ausnahmefällen den Wolf zu töten. Das hatte Siegesmund in der aktuellen Debatte nicht erwähnt. Am 28. September ergänzte Staatssekretär Möller: "Der Wolf ist eine geschützte Art und kommt in seinen natürlichen Lebensraum zurück - wie wir damit umgehen, ist in unserem Wolfsmanagementplan festgelegt."

Anlass für das Umdenken sind neue Wolfsrisse in den vergangenen Tagen. Dabei war es der Wölfin gelungen, einen mit einer stromführenden Litze auf 1,20 Meter aufgerüsteten Zaun zu überspringen und zwei Schafe und eine Ziege aus einer Herde mit 800 Tieren zu reißen. Diese Zäune gelten in anderen Bundesländern als besonders wirkungsvoll und halten dort Wölfe ab.

"Insgesamt gibt es 55 bestätigte Risse von Schafen und Ziegen im Raum Gotha", sagte Olaf Möller. "Dazu kommen 19 weitere Risse, deren genetische Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind." Wenn exakt nachgewiesen wird, dass die Ohrdrufer Wölfin zweimal die Schutzzäune überwunden hat, kann sie zum Abschuss freigegeben werden.

Das Thüringer Umweltministerium hat nun alle rechtlichen Parameter prüfen lassen, wann ein Wolf abgeschossen werden kann. Bisher ist das deutschlandweit nur einmal in Niedersachsen geschehen.

Der Abschuss der Wölfin sei das letzte Mittel, sagte der Umwelt-Staatssekretär. "Der Wolf ist eine gesetzlich streng geschützte Art. Da haben wir keinen Ermessensspielraum." Von den Schäfern könne man erwarten, Schutzzäune um ihre Weiden zu bauen. "Es ist aber unzumutbar, dass Schäfer die ganze Nacht ihre Herde bewachen."

Autor:

meinanzeiger .de aus Erfurt

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