Was ist uns mehr wert die Sicherheit unserer Kinder oder die Rentabilität von Betrieben?

Das neue Schuljahr ist nun schon einige Wochen alt. Viele Kinder pendeln wieder täglich zu ihren Schulen und zurück nach Hause. So langsam sollte sich alles einge¬spielt haben. Aber !!!
Im Landkreis Gotha fahren täglich hunderte von Kindern mit den verschiedensten Busunternehmen in die Kreisstadt. Dass dabei einige Kinder in den überfüllten Bus¬sen stehen, nehmen unsere Kinder hin und wir Eltern akzeptieren das. Aber!!!
Der Regionalverbund hat vor wenigen Wochen die Buslinien umstrukturiert. Nun fährt ein Bus der Linie 870 täglich gegen 14 Uhr vom Busbahnhof zum Gustav-Freytag-Gymnasium in Siebleben, um die Kinder abzuholen. In diesen Bus steigen am Bus¬bahnhof die Kinder und Studenten der Schulen aus der Innenstadt, dazu die erwach¬senen Mitfahrer/-innen. So ist dieser Bus bereits gut gefüllt, wenn er vor dem Gym¬nasium ankommt. Täglich müssen unsere Kinder sich nicht nur mit Stehplätzen be¬gnügen. Nein. Sie müssen drängeln und schieben, damit sie alle mitkommen. Dann stehen sie wie die Heringe in einer Ölsardinenbüchse, sitzen teilweise zu dritt auf einen Sitzplatz. Gestern nun der Höhepunkt. Zwei Kinder der 5. Klasse kamen nicht mehr mit. Sie mussten 2 Stunden warten und um 16 Uhr den Bus nach Hause neh¬men. Und damit nicht genug. An jeder Haltstelle hieß es einige Schüler raus, neu sortieren, Aussteigende durchlassen und wieder einsteigen.
Da macht mich wütend und besorgt zugleich.
Wütend, weil ich als berufstätige Mutter nicht jeden Tag nach Gotha fahren könnte, um mein Kind stehen zu lassen.
Besorgt, weil ich nicht die Verantwortung des Busfahrers tragen könnte, wenn er einmal an einer der vielen Baustellen unterwegs oder im normalen Verkehr abrupt bremsen muss. Gar nicht aus zu malen, wenn der Bus in einen Unfall verwickelt wird.
Sicher wird mir jeder Busunternehmer antworten, dass die Busse oft nicht ausgelas-tet sind. Richtig. Sehe ich oft genug. Aber dieser Bus auf dieser Linie ist seit Schul-beginn ständig überfüllt, besonders am Freitag und am gestrigen Donnerstag so, dass nicht alle Kinder mitkamen.

Autor:

Birgit Baier aus Gotha

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