Lecker und gut für die Umwelt
Rotkohl statt Chiasamen: „Die Wetterküche“ baut auf regionale und saisonale Produkte

Warum Äpfel aus Neuseeland importieren? Beim Thüringer Koch Herbert Frauenberger wachsen sie direkt vor seiner Haustür in Ebenheim. Zu regionalen und saisonalen Produkten rät er auch in seinem neuen Kochbuch "Die Wetterküche".
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  • Warum Äpfel aus Neuseeland importieren? Beim Thüringer Koch Herbert Frauenberger wachsen sie direkt vor seiner Haustür in Ebenheim. Zu regionalen und saisonalen Produkten rät er auch in seinem neuen Kochbuch "Die Wetterküche".
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Über zwei Dinge reden die Menschen seit jeher schon immer gern: über das Essen und über das Wetter. Warum nicht beide Themen kombinieren und ein Buch darüber schreiben, dachten sich der Thüringer Koch Herbert Frauenberger und MDR-Meteorologin Michaela Koschak.

„Die Wetterküche“ präsentiert ausschließlich Gerichte mit Zutaten, die in der jeweiligen Jahreszeit direkt vor der Haustür wachsen. „Heute gibt es im Supermarkt nahezu ganzjährig das gleiche Sortiment“, ärgert sich Frauenberger. „Auf Äpfel aus Neuseeland sind wir aber gar nicht angewiesen. Allein in Thüringen werden 38 Apfelsorten vermarktet.“

Selbst vom sogenannten Superfood, im wahrsten Sinne des Wortes derzeit in aller Munde, haben wir in Thüringen genug, betont Frauenberger. „Erfurt war einmal Europas größter Produzent von Brunnenkresse. Und die hat mehr Vitamin C als eine Zitrone.“ Auch Rote Beete, Grün- oder Rosenkohl könnten es mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen locker mit mexikanischem Chiasamen oder chinesischen Beeren aufnehmen. „Unsere Natur bietet wahnsinnig viel. Unsere Palette der heimischen Produkte ist riesig groß.“ Eine noch größere Auswahl macht uns nicht glücklich, sondern überfordert uns, beobachtet der Profikoch. Und Althergebrachtes ließe sich geschmacklich leicht aufpeppen – zum Beispiel mit einem Schuss Wermut zum Rotkohl.

„Da schmerzt mir das Herz!“

Regional und saisonal bedeute ja nicht, die Küche nicht hin und wieder mit exotischen Produkten bereichern zu dürfen. „Aber wir sollten uns darauf besinnen, was wir selbst haben und vordergründig diese Produkte nutzen.“ Denn Importierte Lebensmittel benötigen zudem lange Transportwege. Diese schaden nicht nur der Umwelt, auf der Fahrt gehen auch zum Teil Vitamine und Mineralstoffe verloren. „Besser ist, möglichst frisch auf dem heimischen Markt Produkte aus der Region zu kaufen.“

In seiner Jugend sammelte Frauenberger selbst Hagebutten, Schlehen, Wildkräuter oder Beeren. Leider sei der Konsument sehr bequem geworden und kauft nur noch im Supermarkt. Alles zu jeder Zeit, doppelt und dreifach verpackt, alles genormt und ohne kleinste Macke. Und bloß nicht zu teuer! Dafür kaufen wir dann zu viel ein und werfen am Ende die Hälfte weg. „Da schmerzt mir das Herz“, klagt der Ebenheimer.

Das Kaufverhalten beeinflusst das Angebot. Zwar seien viele genervt davon, dass Weihnachten zu früh in den Supermärkten Einzug hält, kaufen aber bereitwillig Lebkuchen und Stollen im September. Frauenberger will Gedankenanstöße geben - hin zum klimafreundlichen Kochen. „Ich weiß, dass ich nicht die Welt umgestalten kann, aber ich will einen kleinen Beitrag leisten.“

Kontakt:
Herbert Frauenberger war schon in der DDR Spitzenkoch, erlangte anschließend Bekanntheit als MDR-Fernsehkoch. Seit zehn Jahren betreibt er eine Kochschule in seiner Heimat Ebenheim und ist als Autor aktiv. Gerne gibt er kulinarische Lesungen. Bei Interesse einfach melden unter Telefon: 03 62 54 / 8 66 84.

Buchtipp:
„Die Wetterküche“, erschienen im „BuchVerlag für die Frau“, ist kein reines Kochbuch. Herbert Frauenberger und Michaela Koschak führen uns mit Rezepten, Bauernregeln, Garten-, Küchen- und Gesundheitstipps und viel Wissenswertem über Wetterphänomene, -lagen und -kapriolen durch die Jahreszeiten.

Autor:

Michael Steinfeld aus Erfurt

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