Starke Männer mit großem Herz

Die Mitglieder der „Motorradscheune“ Waltershausen e.V. engagieren sich für schwer kranke Kinder:

Neulich im Kinder- und Jugendhospiz in Tambach-Dietharz. Gestandene Kerle in Rockerkluft mit ihren schweren Maschinen. Auf den ersten Blick scheint das nicht so ganz zusammenzupassen. Beim zweiten schon. Denn die Jungs von der „Motorradscheune“ Waltershausen e.V. engagieren sich für schwer kranke Kinder – mit Herz und Tat. „Als wir gehört haben, dass diese immens wichtige Einrichtung keinerlei staatliche Unterstützung erhält, haben wir unsere Hilfe angeboten“, erzählt Karsten Schmitz, seit 2006 Präsident des zum Stahlpakt MC gehörenden Vereins: „Die meisten von uns sind selbst verheiratet, haben Kinder und wissen was es heißt, wenn der Nachwuchs krank ist. Während diese Kinderkrankheiten wieder heilen, besteht im Hospiz dringender Handlungsbedarf. Deshalb ist es für uns, und jeden ganz persönlich, eine Ehrensache genau hier zu helfen.“ Zustande gekommen ist der Kontakt über Dr. med. Mathias Kleinsteuber, der neben seiner ärztlichen Tätigkeit im Kinder- und Jugendhospiz ebenfalls Mitglied im Waltershäuser Motorradclub ist. Er und seine Vereinskollegen haben zum Tag der offenen Tür in Tambach-Dietharz ganz praktisch geholfen. Sie haben Kinderspielzeug und Geld gesammelt. „Jeder hat gegeben, was er hatte und konnte. Insgesamt kamen so schon einmal 1500 Euro zusammen“, freut sich Karsten Schmitz. Am Ende des Tages waren es stolze 2445 Euro. Denn die Mitglieder der „Motorradscheune“ haben von einem Fleischer spendierte Bratwürste gebraten und verkauft und den Bierwagen betrieben.

„Auch für uns war der Tag ein voller Erfolg und hat gezeigt was man erreichen kann, wenn man vorurteilsfrei auf einander zugeht“, sagt Hospizleiterin Marion Werner und widerspricht damit ebenfalls dem gängigen Klischee, der Motorradclubs immer wieder angehängt wird. „Damit rennt sie bei uns offene Türen ein“, bestätigt Schmitz: „Wir sind ein gemeinnütziger Verein, unparteiisch und distanzieren uns von jeglicher Gewalt, links wie rechts. Wer etwas mit Drogen zu tun hat, fliegt raus. Sofort.“ Der Aktion im Kinder- und Jugendhospiz sollen weitere folgen. Welche das sind, ließen die Vereinsmitglieder aus Waltershausen erst einmal offen. Sie treffen sich regelmäßig in ihrem Verein-Klubhaus, dass sie gekauft und mit großem Aufwand ausgebaut haben. Und sie fahren gemeinsam Motorrad mit ihren schicken Maschinen – jede fast so teuer wie ein Mittelklassewagen. „Auch das kann man nur, wenn man kann man nur, wenn man einer geregelten Arbeit nachgeht und nicht auf die schiefe Bahn gerät“, so der Vereinschef.

Autor:

Uwe-Jens Igel aus Gotha

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