Heiligenstadt im Wandel der Zeit
Die Eremitenklause auf der Alten Burg bei Heiligenstadt

Friedenskapelle auf der Alten Burg

Oberhalb der Gaststätte „Alte Burg“ bei Heiligenstadt befindet sich die Friedenskapelle aus dem Jahre 1723. Auf dem sogenannten Eichelkamp neben der Kapelle wurde 1724 ein Eremitenhaus errichtet, das später durch ein zusätzliches Haus erweitert wurde. Hier lebten zwei Eremiten (Einsiedler), die der Aufsicht des Pfarrers der Martinskirche (damals Chorherrenstift) unterstellt waren. Sie lebten abgeschieden von der Gesellschaft und sammelten ihren Lebensunterhalt in den umliegenden Dörfern. Ihre religiösen Motive gehen auf die Wüstentheologie des Alten Testamentes zurück. Darin heißt es, dass eine 40jährige Wüstenwanderung nach dem Auszug aus Ägypten eine Herzenswandlung bewirken soll.

Alle Eremiten des Kurfürstentums Mainz gehörten der Kongregation vom 3. Orden des hl. Franz an, der von einem Präses in Fischbach (Taunus) geleitet wurde. Der dritte Orden war von den anderen beiden unabhängig und geht auf den hl. Franziskus von Assisi zurück. Bereits unter Papst Nikolaus IV. im Jahre 1289 hatte sich der Orden zu einem eigenen Lebensstandard entwickelt. Im weiteren Verlauf der Geschichte des Ordens suchten die Mitglieder nach einer höheren Vollkommenheit und verließen Haus und Besitz. Sie suchten in der Einsiedelei oder in der Gemeinschaft das Ziel zu erreichen.

Für die Klause auf der Alten Burg sind viele Eremiten überliefert. Als ältester Eremit wurde Ägidius 1724 aufgeführt. Die beiden letzten Bewohner waren Eliseus Reinhold und Andreas Heinevetter im Jahre 1776. Einige Eremitenbrüder wurden wegen ihres Lebenswandels vom Vorsteher der Kongregation ausgeschlossen. Der Eremit Gallus Hottenrott dagegen wurde 1748 wegen seines Wohlverhaltens an die Klause einer gutgehenden Wallfahrtstation versetzt. Aus Dankbarkeit machte er noch eine Stiftung für die Wallfahrtskapelle Etzelsbach.

Ende des 18. Jahrhunderts begann die Auflösung der Kongregation. Der Mainzer Erzbischof löste 1785 alle Eremitenklausen in seinem Erzbistum auf. Die beiden Eremitenhäuser wurden zwei Jahre später abgebrochen. Einer der Eremiten fand im Kloster Reifenstein bis 1802 eine Unterkunft.

Weitere interessante Heimatgeschichte(n) findet ihr auf http://www.schuster-heiligenstadt.de

Quelle: Bernhard Opfermann „Die Klöster des Eichsfeldes in ihrer Geschichte“

Autor:

Thomas Schuster aus Heiligenstadt

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