Orgelweihe und Kirchenfest
St. Jacobi in Epschenrode - so schön wie noch nie

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Orgelweihe in Epschenrode (GemeindeSonnenstein)
14 Uhr Festgottesdienst, Kaffeetafel, 17 Uhr Orgelkonzert Carel Christan Schulz
Eine Kirche, in der niemand mehr heiraten oder taufen mag, ist todkrank. Verschmutztes Ocker, Grau und Schwarz
dominierten, die Orgel schwieg seit 50 Jahren. So war es in Epschenrode.
Aber in nur zwei Jahren haben dieEpschenröder ihre Concordia entdeckt – ihre Einmütigkeit. Unter diesem Namen
der großen Glocke im Turm haben sie ihre Kirche renoviert von der Tonne bis
unter die Bänke. Die Vollendung des Werkes, die Genesung ihrer Kirche feiern
sie am 8. Oktober als Erntedankfest.
Es gibt Wunderbares und Sensationelles zu feiern. Denn es war eineRenovierung der Entdeckungen.
Ein gotisches Sakramentshäuschen kam bei den Putzarbeiten zumVorschein, das seit der Reformationszeit zugemauert gewesen war. Nun ist es
restauriert. In katholischen Kirchen birgt es die geweihten Hostien und steht
damit für die besondere Anwesenheit Gottes. Für uns ist es ein Zeichen der
1000jährigen Geschichte des Glaubens an diesem Ort.
Dafür steht auch das Salböl-Fläschchen, das sich im Schuttdes Beinhauses im unteren Turmgewölbe fand.
Der Kanzelbaldachin war ungefähr zu der Zeit abgenommen worden, als dieOrgel gebaut wurde. Als er im letzten Jahr aus den aufgefundenen Trümmern
restauriert und wieder angebracht wurde, hatte kein lebender Mensch das je
gesehen.
Die größte Sensation ist aber wohldas Altarbild. Es galt als wertvoll,da es – datiert auf 1698 - die Abendmahlsszene mit lebhaften, sehr
individuellen Figuren zeigte. Bei den restauratorischen Freilegungen trat
zutage, dass das Gemälde 50 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg offenbar nicht
gemalt, sondern nur über-malt wurde., da die ursprünglicheFassung durch Schüsse und Alter beschädigt war. Nun tritt ein Bild im Stil der italienischen Frührenaissancezutage, wie es im weiten Umkreis einmalig sein dürfte: fein gezeichnete
Gesichter und Frisuren, die Gloriole und der Kelch in echtem Gold, der reiche
Faltenwurf der Gewänder und eines Vorhangs, Säulen, Türen und Fenster mit
Aussichten in eine ferne Landschaft und den Himmel sind typische Stilelemente
der vorreformatorischen Jahrhunderte. Zum Glück half hier die Deutsche Stiftung
Denkmalschutz, denn eine solche Renovierung wäre selbst für die großzügig
spendenden Epschenröder zu teuer gewesen.
Denn diese haben mitihren Spenden auch die Orgelrenovierung ermöglicht. Viele Familien haben
hunderte Euro gespendet, nicht wenige über tausend.
Und so konnte dieFirma Hüfken, die für ihren sorgsamen Umgang mit historischen Instrumenten
einen guten Ruf hat, die GottliebKnauf-Orgel von 1868 wiederherstellen. Mit ihren 10 Registern und derPedalkoppel bringt sie die Kirche mit ihrer ausgezeichneten Akustik zum Tönen.
Und nun hat auch sie noch etwas ganz Individuelles. Ein Cymbelstern kann zukünftig die Sommervögel oder den Engelsgesangdirekt in die Kirche holen.
Es gibt also viel zubestaunen, noch viel mehr aber zu danken: für das Engagement und die
Großzügigkeit der Epschenröder, die so manchen Auswärtigen begeistert und zum
Spenden animiert hat. Zu danken ist für spendable Förderer aus der Wirtschaft
und dem staatlichen Bereich (dem Landkreis, der Sparkasse, der Gemeinde
Sonnenstein, Lottomittel von der Thüringer Regierung).
Zu danken ist aber vorallem Gott dem Herrn, der die Arbeit gesegnet hat, vor Unfall und Gefahr
behütete und den Epschenrödern eine neue Gemeinschaft gestiftet hat.

Autor:

Hildigund Neubert aus Nordhausen

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