Thüringer Denkmäler brauchen Wartungsdienst

Die Kirche wird auch von außen begutachtet...
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Für viele Privatbesitzer von historischen Gebäuden ist die Erhaltung oft zu teuer.

Ungefähr 80.000 Denkmäler gibt es in Thüringen. Sie machen den Freistaat für Touristen attraktiv. Für viele Eigentümer von historischen Gebäuden sind die Wartungsarbeiten jedoch kaum bezahlbar. Von staatlicher Seite fließen nur wenige Gelder in die private Pflege der historischen Schätze.

Da könnte eine Art Wartungsdienst helfen, macht Heiko Aumann auf ein Projekt des Denkmalhofes in Gernewitz aufmerksam. Neben dem Förderverein Bauwerkserhaltung aus Weimar engagiert sich auch die Einrichtung im Stadtrodaer Stadtteil für einen solchen Wartungsdienst, der sich um Thüringer Denkmäler kümmert und ihre Besitzer unterstützt.

Um die Notwendigkeit und Machbarkeit des Unterfangens zu prüfen, werden zunächst zwanzig Objekte aus Ostthüringen einer Probeinspektion unterzogen. Heiko Aumann vom Denkmalhof Gernewitz ist einer von den Inspektoren, die aus den erhobenen Daten eine Studie erstellen.

„Die meisten Menschen erkennen die Wichtigkeit der Denkmäler erst, wenn sie nicht mehr existieren. Das müssen wir unbedingt vermeiden. Thüringen lebt von Kultur und Tradition. Die historischen Hinterlassenschaften müssen nun von uns gepflegt und erhalten werden“, macht sich Heiko Aumann ernsthaft Sorgen um den Denkmalbestand der Region.

Bei den Probeinspektionen gehe es darum, welche Kosten eine Wartung verursachen würde und ob diese vom Denkmalbesitzer auch bezahlbar wären, erklärt der 43-Jährige.

„Ich spüre auch selbst die Defizite. Seit längerem bin ich in diesem Bereich tätig. Ich wohne sogar in einem Denkmal. Mir liegt also sehr viel an der Erhaltung dieser wundervollen Dinge“, berichtet der Diplom-Ingenieur. In Niedersachsen gibt es bereits einen funktionierenden Monumentendienst. In Gernewitz ist man momentan noch auf der Suche nach finanzieller Unterstützung.

Eines der zwanzig Inspektionsobjekte liegt direkt vor der Haustür. Es ist die Kirche von Gernewitz. Große Risse im Innenbereich, morsches Holz und Pilzbefall im Dachstuhl, gefährdeten das Bauwerk ganz massiv. Derzeit wird sie so gut es irgendwie geht saniert. „Doch wie lange reichen die finanziellen Mittel?“, fragt Heiko Aumann. „Hier kann jeder mit anpacken. Das wäre nicht nur gut für Gernewitz, sondern für ganz Thüringen“, ist er sich sicher, dass der Grundstein für einen Denkmal-Wartungsdienst gelegt ist.

Informationen zum Denkmalhof finden sie auf www.denkmalhofgernewitz.de oder telefonisch über 036428 / 6830

Autor:

Michael Sieß aus Hermsdorf

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