Zwölftes Theaterstück des TIB, "Aufruhr in Bockedra", war erneut ausverkauft

Szenenfoto aus dem 12. Theaterstück.
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  • Szenenfoto aus dem 12. Theaterstück.
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Bis auf den letzten Platz gefüllt - wie jedes Jahr - zeigte sich das Festzelt in Großbockedra am Freitag Abend zur Premiere des zwölften Theaterstückes "Aufruhr in Bockedra".

Die ganze Nervosität und Unsicherheit, welche die Mitglieder des Theater in Bockedra (TIB) noch zu den Proben an den Tag legten, war verflogen.

Spätestens, als Dirk "Jimmy" Giensch mit seinem Wutausbruch auf die ständig steigenden Abgaben an die Obrigkeit (welch glänzende Parallele zur heutigen Zeit) seiner Empörung freien Lauf lies, war der Bann gebrochen, das Publikum richtig beim Stück.

Das Historienspiel beinhaltete ohnehin schwere Kost und Inhalte, welche nicht komplett dargestellt werden konnten. So wird unter anderem über den Reformator Andreas Bodenstein - besser bekannt unter dem Namen Karlstadt - gesprochen.
Doch auch ein weiterer, sehr wichtiger und belegter Fakt, die 22 Tage dauernde Inhaftierung des Bockerschen Pfarrers auf der Leuchtenburg im Jahre 1525, kam nicht zur Sprache, wird aber im Film über das neue Theaterstück erwähnt und gilt letztlich als Bestandteil des Stückes.

Welche Diskrepanzen es zu jener Zeit zwischen Kirche, Gutsherren und Bauern gab, aber auch welche unüberbrückbaren Hindernisse für zwischenmenschliche Beziehungen existierten, zeigt Autor Ehrenfried Ehrhardt auf.

Er griff die Recherchen von Prof. Edgar Seim auf, um erneut ein wahrhaft lebendiges Historienspiel zu inszenieren. Wieder einmal stellt Bernhard Häßner, in diesem Jahr mit der größten Textrolle versehen und nunmehr zum vierten Mal als kirchlicher Würdenträger (Pfarrer Johann Reisiger), eine sehenswerte Figur dar. Man nimmt ihm den gespielten Konflikt, nicht nur in Kirchenangelegenheiten, tatsächlich ab. Zumal die heimliche Liebe zu seiner Haushälterin Eva Brömel (Gabi Gördel) sich in ähnlicher Weise zugetragen haben könnte.

Doch auch Peter Reich, der den Rittergutsbesitzer Hans Puster überzeugend spielt, bringt seine Einstellung "mit mir wird es keine Veränderungen geben" klar und unmissverständlich zum Ausdruck. Dabei zeigt er einmal mehr zwei Gesichter. Einerseits stellt er den jungen Mägden seines Gutes nach, andererseits muss er als alternder Gutsbesitzer sich vor seiner Ehefrau Eleonore (Sigrun Fickler) in Acht nehmen. Sie kennt seine Vorlieben nur zu genau ...

Dass mit seiner Ablehnung jeglicher Veränderungen der brodelnde Konflikt unter den Bockerschen Bauern nicht geringer wird, bewirkt letztlich gravierende Veränderungen im Dorf: der Pfarrer verlässt gemeinsam mit seiner Haushälterin die Pfarrstelle - nachdem er seinerseits durch den Gutsherrn in arge Bedrängnis gebrachte wurde. Doch auch die Bedienstete Elisabeth (Vanessa Schwarz) verlässt in Heiratsabsicht das Dorf. Nicht ohne den Gutsherrn in eine böse Falle tappen zu lassen ...
Die Bockerschen, die diese drei "Auswanderer" nach dem Gottesdienst verabschieden, freuen sich unterdessen auf diese Bloßstellung von Hans Puster. Von der natürlich niemand offiziell etwas wissen soll.

Trotz aller Schwierigkeiten, einige Laiendarsteller sind während der Woche beruflich unterwegs, gelang es den Mitgliedern des Theater in Bockedra, auch in diesem Jahr, ein anspruchsvolles Stück auf die Bühne zu stellen. Erneut ihm Rahmen des Erntefestes, womit ein kulturelles Highlight im Ort fest etabliert ist. Begeisterte und zugleich nachdenkliche Zuschauer verliesen später das Festzelt. Nicht, ohne den Darstellern zum guten Gelingen des Stückes zu gratulieren.

Autor:

Veit Höntsch aus Hermsdorf

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