Backhaus total angesagt: Bushaltestelle ist genussvoller Treffpunkt für Alt und Jung

Hat den Hut auf am Backofen: Gemeindearbeiter Reinhard Bottner (vorn). Bürgermeister Lutz Schoßee könnte gleich hineinbeißen in den köstlichen Brotlaib und ist froh darüber, dass die Idee des Backhauses so gut ankommt.
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Zedlitz. Freitagnachmittag am Buswartehäuschen. Gemeindearbeiter Reinhard Bottner öffnet den Backofen, nimmt den Schieber und zieht frisch gebackene Brote heraus. Es duftet verführerisch. Die ersten Dorfbewohner warten schon auf die köstlichen Laibe von Bauernkruste, Holzofenbrot, Feierabendbrot, Vollkorn- oder Zwiebelbrot… Biertischgarnituren mit Sitzkissen laden ein zu Kaffee, Glühwein, Fettbrot oder einer geräucherten Forelle – je nachdem, was gerade im Angebot ist. Man plauscht über das Neueste im Ort oder Gott und die Welt.
Jeden letzten Freitag im Monat sowie zu besonderen Anlässen und Festen wird der Backofen am Buswartehäuschen der Gemeinde Zedlitz angeworfen. Dann „spuckt“ er entweder Brot aus oder leckere Bauernkuchen. Mohn-, Apfel-, Pflaumen- und andere heiß begehrte Kuchen, die die Backfrauen der Gemeinde nach ihren alten Rezepten backen. Unter dem Hut des Backvereins, der sich innerhalb des Feuerwehr- und Heimatvereins gründete, ist das Backhaus seit zwei Jahren beliebter Treffpunkt für Alt und Jung aus den vier Dörfern, die zur Gemeinde gehören: Zedlitz, Seifersdorf, Wolfsgefärth und Sirbis. Aber längst hat es sich bei Freunden des Genusses auch über die Grenzen hinaus herumgesprochen… „Die Idee wurde geboren, als es um die Modernisierung der Bushaltestelle und die Nutzung des Häuschens ging“, erzählt Bürgermeister Lutz Schoßee. „Wir wollten für unsere Gemeinde einen Platz schaffen, an dem man sich in entspannter Atmosphäre treffen, unterhalten und zusammen feiern kann. Einen Ort für Gemeinschaft, der die Bewohner wieder enger zusammenschmiedet.“
Und was zieht da mehr als Gaumenfreuden. Essen und Trinken hält sprichwörtlich Leib und Seele zusammen… So wurde in das Gebäude der Haltestelle ein Backofen eingebaut, im Inneren entstand ein kleiner Raum mit Küche, der für Dorffeste ebenso genutzt werden kann, wie für private Feiern. Platz bietet er maximal 17 „Mann“. Der neu gewonnene Mittelpunkt ist bestens angekommen. Kindergarten, Vereine und Bewohner nutzen ihn zu allen möglichen Anlässen – Genuss gepaart mit kleinen, kulturellen Höhepunkten. Demnächst wieder zum Pfingstfest, wo die Backfrauen wieder alle Hände zu tun haben werden.

Autor:

Kerrin Viererbe aus Hermsdorf

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