Laufen will gelernt sein. Hermsdorfer Regelschüler erstellen einer Rehaklinik einen Barfußweg

Dank einer Schülerprojektarbeit hat die Celenus Algos Fachklinik in Bad Klosterlausnitz jetzt einen Barfußweg.
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Laufen lernen sei nur etwas für Babys? Viele Erwachsene können ein schmerzliches Lied davon singen, dass das auch im fortgeschrittenen Alter durchaus notwendig ist, beispielsweise nach Hüft- und Knieoperationen. An der Bad Klosterlausnitzer Celenus Algos Fachklinik steht sensomotorisches Training auf der Tagesordnung. Bei der Gangschule werde auf ebenen Flächen ohne weitere Störeinflüsse begonnen, erklärt Matthias Brudel, Leiter der Therapie. Dann wird der Schwierigkeitsfaktor erhöht, auch außerhalb des Hauses.

Als Anfang des Jahres Lisa-Marie Oehlemann, Theresa Gabrisch, Nick Neumann und David Starkloff ihre Projektidee von einem Barfußweg vorstellten, rannten sie die sprichwörtlichen offenen Türen ein. „Das hatten wir schon länger vor“, freute sich Klinikdirektorin Brigitte Görsch.

Die vier Jugendlichen sind Schüler der Regelschule Hermsdorf. Wie von Schulleiter Karl-Heinz Maier zu erfahren war, wolle man nur noch nachhaltige Projektarbeiten angehen: „Was nützen in Projektarbeiten entstandene schöne Modelle, die dann in einer dunklen Ecke verstauben?“. Dass die vier Schüler eine Woche ihrer Sommerferien für die praktische Umsetzung des Projekts nutzten, rechnet er ihnen hoch an: „Sehr vorbildlich!“. Dem vorausgegangen waren mehrmalige Absprachen mit dem Therapieleiter. Dabei galt es auch den einen oder anderen Rechenfehler beim Materialbedarf zu korrigieren. Halb so schlimm, jetzt ist der Barfußweg - noch mit einem Geländer in Eigenleistung der Klinik ergänzt - fertig und offiziell übergeben.

Für die vier Hermsdorfer Regelschüler ist die Projektarbeit damit noch nicht abgeschlossen. Die Planung und praktische Umsetzung war nur der erste Teil. „Jetzt folgt der schriftliche Teil, in dem das Projekt näher erläutert werden muss“, erklärt Theresa Gabrisch. Bereits am 7. November werden sie den Entwurf hierfür ihrer Projektbetreuerin Hildrun Sobania vorstellen, bevor er dann im Dezember fertig gestellt abgegeben werden muss.

Und nochmals ins Schwitzen - zwar ohne Handwerkszeug in den Händen - werden die vier Schüler nächstes Frühjahr kommen. Dann gilt es, das Projekt mit einer Powerpoint in der Klinik vorzustellen. Sie werden näher erläutern, wie der Barfußweg mit seinen verschiedenen Materialien für das sensomotorische Training und daraus abgeleitete Kneipp-Anwendungen nutzbar ist. Vielleicht ist dann auch zu erfahren, dass die Benutzung des Barfußweges nicht nur etwas für Reha-Patienten und barfuß laufen sowieso gesund ist.

Autor:

Steffen Weiß aus Gera

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