Mit Speed ins Internet

Bürgermeister, VG-Chef und Telekom-Sachbearbeiter am "Herzstück" für die Breitbanderschließung.
  • Bürgermeister, VG-Chef und Telekom-Sachbearbeiter am "Herzstück" für die Breitbanderschließung.
  • hochgeladen von Kerrin Viererbe

16 Gemeinden der VG „Hügelland/Täler“ erhalten Breitbandanschluss

Ein unscheinbarer grauer „Kasten“ und ein paar Meter Kabel in einer Baugrube – was äußerlich eher unspektakulär daher kommt, birgt für den kleinen Ort Weißbach völlig neue Perspektiven. Denn in Kabel und Kasten – dem Multifunktionalgehäuse - steckt Hightech, welche die Breitbandversorgung für die Bevölkerung sichert.

Für diejenigen Bürger, die schnelles Internet benötigen. Ansässige Unternehmen, Berufstätige, die viel von zu Hause aus arbeiten, Schüler… Letztlich für jeden, der Internet und Co. nutzen möchte, ohne jedes Mal über dessen Langsamkeit zu verzweifeln. Dann liegt DSL an. Endlich schnell arbeiten und „googeln“ können, in Internetforen chatten, Onlinebanking tätigen… Seit sich die Bauleute der Deutschen Telekom mitten in der Erschließungsphase befinden, haben sie regelmäßig neugierige Zaungäste an den Baustellen… Und das nicht nur in Weißbach.

Insgesamt 16 Gemeinden der VG „Hügelland/Täler“ erhalten den Breitbandanschluss. Die Bauaktivitäten gehen schnell voran, Hartmut Weidemann ist zufrieden mit dem Baufortschritt. Für alle Gemeinden des Ortsnetzes Stadtroda liegt DSL pünktlich ab 13.7. an, für die des Ortsnetzes Ottendorf am 10. August und für den Bereich Kahla am 22. August. Ab diesem Zeitpunkt ist – nach Abschluss eines Vertrages – für jeden interessierten Bürger der Anschluss möglich. Fragen können die Bürger gern an die Bürgermeister, den VG-Chef oder die Fachleute der Telekom richten.

„Das ist für uns ein Riesenfortschritt“, freut sich Weißbachs Bürgermeister Hans-Jürgen Liebscher. Für ihn ist die Breitbanderschließung zukunftsweisend. Ganz besonders in den kleinen Gemeinden sei es wichtig, die Jugend am Ort zu halten, junge Familien und das ansässige Gewerbe zu fördern. Dem pflichtet VG-Chef Weidemann bei. „Wenn bei uns Bauanträge eingehen, steht oft gleichzeitig die Frage nach einem DSL-Anschluss“, spricht er aus Erfahrung. „Seit der Erschließungsphase klingeln in der VG die Telefone heiß und Bürger wollen wissen, wann alles fertig ist und sie angeschlossen werden.“
„Natürlich gab es auch Kritiker. Zum einen wegen anderer Technologien – doch nach intensiver Prüfung war Breitband für unseren Bereich die günstigste und technisch am einfachsten umsetzbare Variante. Ohne Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit geht keine Rechnung auf. Denn die Gemeinden tragen einen Eigenanteil – dem zweiten Kritikpunkt, weil das nicht zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde zählt“.

„Es wäre tragisch, nicht auf diesen Zug aufgesprungen zu sein, denn das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft legte 2009 ein Förderprogramm dafür auf, um Chancengleichheit für den ländlichen Raum zu schaffen, ihn nicht vom Fortschritt abzuhängen“, so Weidemann. Die Förderhöhe ist 90 %. Diese, vielleicht so nie wiederkehrende Chance, ließ die Gemeinden für das Projekt stimmen und damit weitsichtig handeln.

Und weil sie „schnell wie DSL“ ihre Anträge beim zuständigen Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera einreichten, die dort geprüft und positiv beschieden wurden, gehörten sie zu den Ersten, die Zuwendungsbescheide „ergatterten“. „Ihnen kann man dazu nur gratulieren. Es war ein unbürokratisches Arbeiten und gutes Miteinander“, bescheinigt Katrin Eggert vom ALF sowohl der VG, seinen Bürgermeistern und der Telekom“. Ein Dank für sein Engagement „im Hintergrund“ ging auch an MdL und Bürgermeister Wolfgang Fiedler, der bei den Zuständigen im Ministerium eine Lanze brach, um den Bewilligungszeitraum zu erweitern.

Zahlen und Fakten

Von 1 Million Euro bewilligten Fördergeldern für Ostthüringen im Jahr 2010 flossen allein 592.000 Euro in die VG Hügelland/Täler
Eigenanteil der 16 VG-Gemeinden insgesamt: 59 200 Euro
Ortsnetz Stadtroda: 2,2 km Tiefbau für Rohre, 17,5 km Glasfaserkabel und 9 km Speednetzrohre zur Mehrfachnutzung
Ortsnetz Ottendorf: 8 km Glasfaserkabel unter- und 4,5 km oberirdisch
Ortsnetz Kahla: 7 km Glasfaserkabel, 5 km Speednetzrohre
DSL: 16 000
Nächste Orte 2012: Tautendorf, Rausdorf und Eineborn

Autor:

Kerrin Viererbe aus Hermsdorf

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