Frauenwald verwandelt sich in ein historisches Dorf
800 Jahre auf einem Kilometer

Hauptorganisatorin Katrin Wagner und Elke Taubert, Ideengeberin und Autorin der Festschrift, haben an der historischen Kaffeetafel Platz genommen.
  • Hauptorganisatorin Katrin Wagner und Elke Taubert, Ideengeberin und Autorin der Festschrift, haben an der historischen Kaffeetafel Platz genommen.
  • hochgeladen von Ines Heyer

Null Euro, eine Handvoll ­Leute und die Idee, etwas Großes auf die Beine zu ­stellen – das war unser bescheidenes Startkapital vor zwei Jahren“, sagt Katrin Wagner, ­Vereinsvorsitzende 800-­Jahre-Frauenwald e.V. Seitdem hat sie sich mit ­einem kleinen Kreis engagierter Frauenwälder ins Zeug gelegt, organisiert, finanzielle Mittel aquiriert und Mitstreiter motiviert. Jetzt in der Endphase der Vorbereitungen zur 800 Jahrfeier ihres Heimatortes Frauenwald – dem ältesten Bergdorf am mittleren Rennsteig – steht ihr Telefon kaum noch still. Denn bei ihr laufen alle Fäden zusammen.
Das anspruchsvolle Projekt, den Ort für zwei Tage in ein historisches Dorf an der alten Handelsstraße Erfurt – Nürnberg zu verwandeln, erfordert viel Aufwand. Auf gut einem Kilometer ist eine Zeitreise durch die Jahrhunderte geplant. Und das nicht nur optisch. „Mit allen Sinnen sollen die Besucher in die unterschied­lichen Zeitepochen eintauchen können“, erklärt Wagner.
Die erste historische Erwähnung geht zurück auf das Jahr 1218. Nonnen vom Kloster Veßra – die nicht alle ganz freiwillig den Weg in die Abgeschiedenheit suchten – waren hier die ersten Bewohner. Der Unzucht mit einem benachbarten Mönchkloster sollte so Einhalt geboten werden. So kam es, dass die „Frawen uff dem Walde“ in ­einem Nonnenkloster sesshaft wurden. „An unserer Kirche wird das geistliche Leben jener Zeit wieder erwachen, sogar mit Gesängen der Nonnen. Im vergangenen Jahr wurde auch extra ein Kräutergarten angelegt. Einfache Speisen jener Zeit werden von den Nonnen in Essgeschirr aus Holz gereicht.“
Damit alle ­Jahrhunderte echt wirken, haben Katrin Wagner und ihr Team historische Kostüme organisiert, vom Theater Meiningen, dem Fundus aus Schmiedefeld / Rennsteig und einem Kostümverleih. So sind auch Martin Luther – der nachweislich die Handelsstraße nutzte – verschiedene Damen und Herren der Hofgesellschaft, Soldaten des Dreißigjährigen Krieges, ein Schulmeister sowie historische Handwerker anzutreffen.
Alle zwölf Vereine des Ortes, Handwerker und Privatpersonen gestalten das historische Dorf, Räume und Plätze. Auch die zehn Gasthäuser tafeln historisch auf und laden ein zu Flockzamet und Krümpelskuchen, Nonnenglück oder Gebrotene Knölle mit Fleesch.
Die Begeisterung für das Festwochenende ist bei den Einwohnern groß. Fast täglich melden sich noch Freiwillige, die unterstützen möchten. Katrin Wagner ist glücklich über das Erreichte. „Es ist schön, wenn sich durch den Einsatz vieler auch große ­Ideen verwirklichen lassen.“

Termin
28. Juni bis 1. Juli 2018, 800 Jahrfeier Frauenwald 
Programm unter:
www.800jahre-frauenwald.de

Autor:

Ines Heyer aus Saalfeld

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