Altjahrsabend - Hoffnung - Zuversicht - Stille

Die letzten Stunden des Jahres 2016 haben begonnen. Die Zeit läuft scheinbar langsamer. Bald heißt es Prosit Neujahr 2017. Alles Gute. Gesundheit. Freude.
Doch, der Reihe nach.
Es gilt Abschied zu nehmen von 2016. Und sich vorzubereiten auf das neue Jahr. Das steht schon vor der Tür. Es heißt Abschied nehmen von den schönen, reichen Erfahrungen, die das Leben im zu Ende gehenden Jahr geschenkt hat. Und ebenso gilt es Abschied zu nehmen von den belastenden, schweren Erfahrungen, die das Leben dem einen und der anderen zugemutet hat.
„In der Ruhe liegt die Kraft“, so heißt es im Volksmund, doch Menschen vergessen das mitunter. Schon die Adventszeit, die angeblich so besinnliche Zeit, ist oftmals eher hektisch und unruhig.
Und nun die ruhigen, die stilleren Tage zwischen den Feiertagen. Sie sind nicht selten gekennzeichnet von Terminen: Verwandtenbesuchen, Treffen mit Freunden, … und vieles mehr.
So schön das alles im Einzelnen ist, so machen Menschen auch die Erfahrung, dass unter all diesen Aktivitäten die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt. Zerrinnt, wie der Sand in einer Sanduhr. Die Zeit fliegt dahin, so dass wir kaum etwas davon erhaschen können. Und ehe wir uns versehen, sind die Feiertage und der Jahreswechsel vorbei. Und das Leben verläuft auch im neuen Jahr nach dem alten Trott.
Und in der Silvesternacht wird es dann wieder laut. Es ist, so erlebe ich, grundsätzlich laut geworden um uns herum. Und laut in vielen Menschen. Wir sind umgeben von Geräuschen, wir machen Geräusche. Und umgeben uns ständig damit. Musikbegleitung in Geschäften, keine Gaststätte mehr ohne Unterhaltungsmusik. In vielen Wohnungen sind Radio und Fernseher rund um die Uhr eingeschalten. Und dazu Feiern, Feiern ohne Ende. Immerzu ist irgendetwas los. Das alltägliche, normale Leben wird als langweilig und leer empfunden. Darum Unruhe, Abwechslung und viel, viel Tempo. Damit wir nicht zur Ruhe kommen. Und damit auch nicht zur Besinnung kommen.
Manchmal überlege ich, ob Menschen Angst haben, sich selber in der Stille zu begegnen. Konfrontiert zu werden mit dem, was im eigenen Leben gelungen und was misslungen ist. Konfrontiert zu werden mit den Hoffnungen, die man hatte. Mit den Enttäuschungen, die einem zugemutet werden. Mit den Zielen, die einem wichtig waren und mit dem, was wirklich unser Leben bestimmt. Die Älteren unter uns – die allein zu Hause sind – sie könnten davon ein Lied singen. Auch Ihnen gelten am Jahresausklang besonders meine guten Wünsche für das kommende Jahr.
Dennoch, alle Hoffnung und Zuversicht kommen aus der Stille. Aus dem ruhigen, nachdenklichen Abwägen meiner Möglichkeiten. Meiner Schwächen und meiner Bitte um Gottes Beistand und Hilfe. Zum Christfest haben viele Menschen gesungen, „Stille Nacht, heilige Nacht...“ Darum suchen Sie ruhig solche stillen Zeiten. Ja, im kommenden Jahr, in den wunderschönen kleinen Dorf- und Stadtkirchen. Und zu Hause, in ihrer Lebensgestaltung. Stille ist kostbar. Und sie ist umsonst. Sie ist ein Geschenk Gottes. Der Psalmbeter weiß:
„Meine Seele ist stille zu G´TT, der mir hilft. Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, dass ich gewiss nicht wanken werde.“
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Jahreswechsel und ein gesegnetes Jahr 2017
Ihr Superintendent E.F. Johannes Haak aus dem Kirchenkreis Hildburghausen-Eisfeld

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