Bundeskanzlerin Merkel verspricht 500 Millionen Euro für die Revitalisierung der deutschen Wälder

Stürme, Dürre, Käfer und Brände haben umgerechnet 250.000 Fußballfelder zerstört. Die Bundesregierung hat mehr als eine halbe Milliarde Euro versprochen, um die krisengeschüttelten Wälder des Landes im Kampf gegen den Klimawandel wiederzubeleben. Ein Drittel der deutschen Landmasse ist bewaldet, und Wälder spielen eine wichtige Rolle in der nationalen Folklore des Landes, von den Märchen der Brüder Grimm bis zu den Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe. Die Deutschen lieben es in ihrer Freizeit in den Wälder zu wandern und dann abends gemeinsame mit Freunden und Bekannten den Abend mit Gesellschaftsspielen, wie Kartenspielen, Brettspielen und Roulette, ausklingen zu lassen.

Aber eine Kombination aus Stürmen, Dürre, Waldbränden und eine sich aggressiv ausbreitenden Borkenkäferpest hat in diesem Jahr große Teile des deutschen Waldes zerstört, die mehr als 250.000 Fußballfeldern entsprechen, und die Regierung dazu gezwungen, am Mittwoch einen „Waldnotgipfel“ in Berlin einzuberufen.

„Jeder fehlende Baum ist ein fehlender Mitstreiter gegen den Klimawandel“, sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner vor dem Treffen von rund 170 Organisationen, die sowohl Umweltverbände als auch die Industrie vertreten. "Was wir heute nicht aufforsten, werden unsere Enkelkinder natürlich vermissen."

Angesichts der zahlreichen Herausforderungen hat die Bundesregierung angekündigt, in den nächsten vier Jahren 547 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, um abgestorbene Bäume zu entfernen und neue zu pflanzen, wobei der Nothilfefonds durch staatliche Beiträge auf 800 Millionen Euro aufgestockt wird. Die Verteidigungsministerin und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat vom Militär Mithilfe zugesagt.

Waldbesitzer bestehen jedoch darauf, dass ihre Bäume eine bessere finanzielle Entschädigung für die Reinigung verschmutzter Luft verdienen. Vertreter der einflussreichen Forstwirtschaft des Landes - rund 720.000 Beschäftigte, fast so viele wie der Automobilsektor - haben bereits gewarnt, dass die Mittel nicht ausreichen, um den verlorenen Wald zu ersetzen.

Die versprochenen Investitionen reichen noch nicht aus

Die Dachorganisation AGDW, die Waldbesitzer und Forstarbeiter vertritt, forderte Direktinvestitionen in Höhe von 2,3 Mrd. EUR sowie eine neue Abgabe auf industrielle Umweltverschmutzung, mit deren Hilfe Wälder mit 125 EUR pro Hektar Wald pro Jahr subventioniert werden könnten. Bäume absorbieren das Treibhausgas Kohlendioxid (CO₂) und ihre Blätter können die giftigen Schadstoffe Stickstoffdioxid (NO₂), Ozon und schädliche mikroskopische Partikel, die durch Dieselfahrzeuge und Verbrennen von Holz entstehen, einfangen. Laut AGDW kompensiert der deutsche Wald derzeit 14% der CO₂-Emissionen des Landes.

"Wer unsere Umwelt mit Dreck belastet, muss dafür bezahlen und wer den Dreck bekommt, soll dafür auch finanziell entschädigt werden", sagte Waldbesitzer Ferdinand Graf von Westerholt gegenüber dem ZDF. "Das ist die Lösung." Aber selbst wie die bereits zur Verfügung gestellten Mittel verwendet werden können, ist zu einer Streitfrage zwischen Grundbesitzern und Umweltschützern geworden. Die Forstwirtschaft schlägt vor, Gebiete mit zerstörten Wäldern mit einigen nicht einheimischen Arten neu zu bepflanzen, die für ein trockeneres und wärmeres Klima besser geeignet sind, wie z. B. die japanische Lärche, die nordamerikanische Douglasie oder die nördliche Roteiche.

Umweltgruppen warnen aber davor, dass dies verheerende Auswirkungen auf die lokale Tierwelt haben könnte, die sich möglicherweise nur schwer an die neue Umgebung anpassen kann. Hubert Weiger, Vorsitzender der deutschen Abteilung der Freunde der Erde, sagte, Bargeld solle in das Prinzip „öffentliche Gelder für öffentliche Dienstleistungen“ gesteckt werden: „Das Geld der Steuerzahler sollte nur für den Aufbau natürlicher Laublaubwälder verwendet werden, die aus einheimischen Arten bestehen ”.

Autor:

Katharina Köchler aus Ilmenau

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