Holger Jakob engagiert sich für den Erhalt der Musik von Herbert Roth

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Zither beherrschen nur wenige Thüringer - einer von ihnen ist Holger Jakob. Der junge Mann musiziert bei den "Neustädter Rennsteigklängen" und engagiert sich für den Erhalt der Musik von Herbert Roth. Am 14. Dezember wäre der bekannteste Volksmusiker vom Rennsteig 90 Jahre alt geworden.

Ein sinnlicher Klang erfüllt den Raum. Mit viel Gespür zupft Holger Jakob die feingliedrigen Saiten. Mit dem rechten Daumen, an dem ein kleiner Metallring mit einem kleinen Dorn befestigt ist, spielt er eine wunderschöne Melodie – die anderen Finger nutzt er für die Begleitung. Der junge Mann aus Neustadt am Rennsteig musiziert auf einer Zither, ursprünglich ein Volksmusik­instrument der Alpenländer, dass im 19. Jahrhundert auch Verbreitung in Thüringen fand. Es beherrschen heutzutage nur wenige Thüringer.

„Alles begann mit einer alten Holzkiste, gefunden bei meiner verstorbenen Großtante. Darin lag eine Zither. Ohne große musikalische Vorbildung ging ich auf die Suche nach einem Lehrer – ein schwieriges Unterfangen. Bei Hugo Zimmermann in Zella-­Mehlis wurde ich fündig. Der Senior unterrichtete mich bis zu seinem Tod 2012. Er hatte einen hohen musikalischen Anspruch", erzählt Holger Jakob. Zither ist kein einfaches Instrument. Damit die Hornhaut an den Fingern nicht schwindet, steht für den jungen Mann seitdem tägliches Üben auf dem Programm.
Wenn Holger Jakob in die Saiten greift, erklingen meist Stücke, die in Verbindung zu seiner Heimat am Rennsteig stehen. Er engagiert sich sehr für den Erhalt dieser Musik, besonders für das Erbe von Herbert Roth, der am 14. Dezember 90 Jahre geworden wäre. Gemeinsam mit ­Robert Witter gründete er vor fünf Jahren die „Neustädter Rennsteigklänge“, in Anlehnung an die musikalische Tradition im Ort, die 25 Jahre brach lag. Ehemalige Hobbymusiker wurden wieder aquiriert. „Als einziges Ensemble im Thüringer Wald interpretieren wir die Musik von Herbert Roth in original Instrumentation mit Konzertzither, Gitarre, Akkordeon, Kontrabass und dreistimmigem ­Gesang.“ Allen ist dabei wichtig, ein Stück ­authentisches Thüringen zu vermitteln. 60 Titel sind im Programm.

Das es jetzt noch viel mehr werden können, verdankt das Ensemble einer Schenkung von Notenmaterial, mit Partituren für alle Instrumente. Diese stellte Manfred Zinner, Gitarrist bei Herbert Roth, jetzt den Neustädtern zur Verfügung. „Nach dem Ableben von Herbert Roth mussten alle Noten zurückgegeben werden. Manfred Zinner schrieb die Partituren ab und hütete sie seitdem wie ein Schatz. Mit dabei sind auch unveröffentlichte Kompositionen und Texte von Waltraut Schulz, der Gesangspartnerin von Herbert Roth. „Wir wissen diese Noten sehr zu schätzen.“ Zum Herbert-Roth-Ensemble hat Holger Jakob eine eigene Beziehung: Manfred Zinner war Gitarrenlehrer seiner Mutter.

Termin:
8. Dezember, 19.30 Uhr,
„So gets zu ba ons derhemm“, Neustädter
Rennsteigklänge, Bahnhof Rennsteig, 03 67 82/7 06 66

Autor:

Ines Heyer aus Saalfeld

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