Wort zur Besinnung
Nächstenliebe verlangt Klarheit

Nächstenliebe verlangt Klarheit

Geistliche Besinnung – Haltung zeigen
„Am wichtigsten aber ist die ungebrochen Treue und die unverratene Anbetung, das Gebet.“ So hat es Alfred Delp 1945 im Gefängnis in Tegel geschrieben. Ein mutiger Mensch, Jesuit, Katholik und engagierter Beter.
Pater Alfred Delp gehörte zum Kreisauer Kreis. Dem Widerstand gegen Hitler. Nach dem Attentatsversuch auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er verhaftet. Die Nazibüttel, genauer ein Roland Freisler, Vorsitzender des Volksgerichtshofes, sprachen Urteil und ließen Alfred Delp ermorden. Wir schreiben den 2. Februar 1945. Wenige Wochen vor dem Ende des 2. Weltkrieges. Im vergangenen Jahr wäre Delp 100 Jahre geworden.
Ungebrochen Treue zum Christsein und das Gebet. Sie gehören für mich zu meinem Leben. Gerade, wenn es kompliziert wird. Das soll es heute noch geben. Am zweiten Juniwochenende und dann öfter in diesem Sommer kommen sie wieder. Die Neonazis in den Landkreis Hildburghausen. Einfach unangenehm. Die grölenden Sieg-Heil-Menschen, so geschehen im Juli 2017. Im Übrigens sind dort nachweislich etliche Rechtsbrüche geschehen. Für alle diejenigen, die meinen: „ging doch alles so…“ Unangenehm für die Wirtschaft, den Tourismus, die Außenwirkung und viele Menschen, die sich engagieren und ein demokratische Kultur stärken möchten und hier gern leben.
Widerstand ist zu leisten. Als Christ ohnehin. Weil eine enge Denkweise Christenmenschen fremd ist. Christen denken und bekennen ohnehin universal. Mit vielen, sehr vielen Millionen Christen weltweit. Und wir brauchen die Weite des Denkens. Und das Gebet.
Ja. Wir beten. Wieder. Im Friedensgebet. Im Friedensgebet in Themar am Freitag 8. Juni. Warum? In Bitte, Lob und Klage bringen wir konkrete Gegebenheiten unseres Lebens vor Gott. Wir bitten für das Wohlergehen von Angehörigen. Wir danken, wenn etwas gelungen ist, etc. Die Formen gleichen sich also darin, dass es immer ein bestimmtes Thema gibt, das wir in den Raum zwischen Gott und uns tragen. Den Frieden für die Stadt und unsere Region.
Weil dieses Gebet eine lange Tradition hat. Nicht erst seit der friedlichen Revolution. Das Gebet ist unmittelbar. Es bezieht sich auf das Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Es geht also weniger um eine Sache, die wir vor Gott bringen, sondern um unser Stehen vor Gott selbst. Im Gebet wissen Christenmenschen: Du bist Gott. Ich bin der Mensch. Du, Gott, der Schöpfer des Universums. Ich Dein Ebenbild. Ich lebe aus seinem Licht und die Maße meines Daseins sind in dir. Wenn wir versuchen, so an Gott Maß zu nehmen, bemühen sich Christen um eine Haltung.
Und Haltung gefällt mir gut. Die braucht es. Haltung. Kein Wegschauen, sich ducken oder „geht – schon – vorbei – Denken“. „Am wichtigsten ist die unverratene Anbetung, das Gebet.“ – Das heißt nach den vorherigen Überlegungen: die Ausrichtung auf Gott. Alfred Delp warnte davor, vor Machthabern und braunen Götzen einzuknicken. Das Bewusstsein, das Gott das Maß der Dinge ist, soll uns gänzlich prägen. Das braucht mutige Frauen und Männer.
Herzlich grüßt Ihr Superintendent E.F. Johannes Haak

Autor:

Johannes Haak alias sprichnur aus Ilmenau

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