Anzeige

Stadtkirche St. Bartholomäus Themar Samstag 29.07.2017 11 Uhr Friedensgebet

Wo: Stadtkirche St. Bartholomäus, 98660 Themar auf Karte anzeigen
Anzeige

Gesicht zeigen –Willkommen in Themar ob Beter oder Nichtbeter

Ein Wort gewidmet allen Mutigen, Engagierten und weltoffenen Menschen in Themar und darüber hinaus

„Allein den Betern kann es noch gelingen, das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten.“ 1936 dichtete diese Zeilen, dieses Gebet, der katholische Mystiker Reinhold Schneider. 1941 wurde es veröffentlicht. Ein tiefsinniger und feinsinniger Mensch war Schneider, der nur knapp dem Tod durch die Nazis entronnen ist. Ihm sollte der Prozess wegen Hochverrats gemacht werden. Das nahende Kriegsende verhinderte diesen Prozess.
Diese Zeilen sind zugleich der tiefere Grund, warum ich mich - auch in Themar - eindeutig positioniere. Menschen werden gebraucht, um Brücken zu schlagen. Nicht um auszugrenzen. Und um den Frieden der Stadt und dieser Region, dieses Landes zu beten.
Das Gedöns und Gegröle von „Sieg Heil“ vom 15.07. ist mir noch in den Ohren. Warum nur? Ist das Elend des zweiten Weltkrieges denn wirklich schon vergessen? 60 Millionen Tote. Und wieder rufen Menschen nach Rudolf Hess. Unverbesserliche. Daran erinnern uns doch die zahlreichen Kriegerdenkmale in den Dörfern unseres Landstriches. Zumeist gut gepflegt. Darauf stehen Blumen. Und am Volkstrauertag erinnert man sich. Zwei Weltkriege gingen von deutschem Boden aus. Auch Christenmenschen wurden damals schuldig. Und bekennen sich heute zu Christus. Zu dem, der mitgelitten und sich für Andere geopfert hat. Zeigen Gesicht. Deshalb werde ich am Wochenende wieder in Themar sein. Wenn andere Menschen ausge -grenzt, verhöhnt und blind nach Macht gerufen wird, dann dürfen Christen und alle Freunde der Demokratie Mut statt Wut und Herz statt Hetze zeigen.
Reinhold Schneider zeigte Mut und wusste um die Wurzeln seines Bekenntnisses. Wissen Sie dies auch? Er schreibt: „Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirget, und Menschenhochmut auf dem Markte feiert, indes im Dom die Beter sich verhüllen.“ Nun - Themar hat keinen Dom – aber eine Stadtkirche. Sie ist dem Heiligen St. Bartholomäus geweiht. Einem der zwölf Apostel. Der mutig seinen Glauben bekannte. Und in diese Kirche laden wir ein, zum Friedensgebt am Samstag, 29. Juli 11 Uhr. Und anschließend in die Gottesackerkirche zu Gebet und Pilgerweg durch die Stadt. Die Glocken läuten und erinnern daran mit Reinhold Schneider: „Täter werden nie den Himmel zwingen: Was sie vereinen, wird sich wieder spalten, was sie erneuern, über Nacht veralten, und was sie stiften, Not und Unheil bringen … bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt. Und in den Tiefen, die kein Aug` entschleiert, die trocknen Blumen sich mit Leben füllen.“
Willkommen in Themar, ob Beter oder Nicht-Beter. Es gilt miteinander die trockenen Blumen mit Leben zu füllen. Und das alles möge geschehen: Friedfertig, entschlossen und im Miteinander aller demokratischen und weltoffenen Menschen. Darauf freue ich mich. Wir brauchen Sie. Zeigen Sie mit uns ihr Gesicht.
Shalom und herzlich grüßt Ihr Superintendent E.F. Johannes Haak

Foto: Rüdiger Bender mit einem Gruß am 24.07.2017 aus Jerusalem, der Gedenkstätte Yad Vashem im "Tal der Gemeinden"
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige