Serie Mein Museum
Zeitreise in die DDR-Unterwelt

Im Atomkriegsfall wäre im Bunker das Überleben für 130 Personen für sechs bis acht Tage gesichert gewesen. Genutzt wurde die Bunkeranlage zu DDR-Zeiten nur aller vier Jahre für eine 14-tägige Übung für den eventuellen Ernstfall.
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  • Im Atomkriegsfall wäre im Bunker das Überleben für 130 Personen für sechs bis acht Tage gesichert gewesen. Genutzt wurde die Bunkeranlage zu DDR-Zeiten nur aller vier Jahre für eine 14-tägige Übung für den eventuellen Ernstfall.
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"Wenn die große Stahltür ins Schloss fällt, beginnt der lebendige Geschichts­unterricht im ehemligen Führungsbunker der Bezirkseinsatzleitung Suhl", sagt Jörg Hartwich, Bunkermuseum Frauenwald. Unterhaltsam und mit viel Wissenswertem führt der Kurator die Gäste durch das Museum. 

Was gibt‘s Musehenswertes?
Der unterirdische Gebäudekomplex mitten im Thüringer Wald wurde in der Zeit des Kalten Krieges unter Regie des Ministeriums für Staats­sicherheit errichtet – geplant als Ausweichführungsstelle der Bezirkseinsatzleitung Suhl mit engstem Führungsstab im Kriegsfall. Die Bunkeranlage sollte das Überleben von bis zu 130 Personen in einem begrenzten Zeitrahmen absichern. Auf den 3600 Quadrat-
metern sind die Schleusen, Nachrichtenzentrale, Versammlungsräume, Schlafräume, Waschraum, Küche, Speiseraum, medizinischer Bereich und die Wasseraufbereitungsanlage zu sehen. Mit großem Aufwand wurde vieles wieder hergerichtet. Das Museum befindet sich in privater Hand.

Woran führt kein Weg vorbei?
Wenn die große Stahltür ins Schloss fällt, startet die unterirdische Zeitreise durch ein Labyrinth aus vielen Gängen. Der lebendige Geschichts­unterricht beginnt.

Außer der Reihe:
Zum Männertag dreht sich hier alles um die historischen DDR-Mopeds, beim legen­dären Simsontreffen.

Museum zum Anfassen:

Im Bunker kann man an unterschiedlichen Arbeitsplätzen Platz nehmen und so hautnah in die jüngste Geschichte eintauchen. Dabei lässt sich probieren, wie ein Telefon mit Drehwahlscheibe funktioniert oder eine mechanische Schreibmaschine bedient wird.

Ihr liebstes Stück?

Zum einen ist es eine Mercedes-Schreibmaschine, einst produziert in Zella-Mehlis. Die Feinmechanik ist sehr beeindruckend. Zum anderen ist es ein restaurierter Ural-­Militär-LKW. Dieser ist nicht im Bunker zu finden, sondern im angeschlossenen, über­irdischen Ausstellungsraum zur DDR-Geschichte.

Museums-Rundgang:
Treffpunkt ist immer im Waldhotel „Rennsteighöhe“, denn die Bunkeranlage kann nur mit einer Führung besichtigt werden. Diese dauert rund 50 Minuten. Auf Vorbestellung gibt es auch eine ausführliche Sonderführung für Bunker- und Technikbegeisterte sowie für Fotografen – für bis zu vier Stunden.

Sind auch Kinder ­museumsreif?
Für Kinder ab der 7. Klasse gibt es spezielle Führungen, mit Erklärungen zu den geschichtlichen Hintergründen. Ansonsten können Kinder gerne mit ihren Eltern den Bunker besichtigen. Viele Dinge werden dann, je nach Alter der Kinder, zusätzlich noch kindgerecht erklärt.

Das muss gesagt werden:
Dieser Bunker ist in Ausstattung und Funktionstüchtigkeit deutschlandweit einmalig. Um ganz authentisch in die Zeit vor 1989 einzutauchen, ist es auch möglich, direkt im Bunker in einfachen Metallbetten zu übernachten.

Hintergrund:
Bunkermuseum
Am Rothenberg 1
98711 Frauenwald

Öffnungszeiten:
» 20. April bis 2. November: täglich 10 bis 17 Uhr,  Führungen stündlich
» 3. November bis 19. April: Sa und So stündlich 10 bis 16 Uhr, Mo bis Fr jeweils 11, 14 und 15 Uhr
» Treffpunkt am Wald­hotel Rennsteighöhe

Kontakt:
03 67 82 / 6 22 00
www.waldhotel-rennsteighoehe.de

Autor:

Ines Heyer aus Saalfeld

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