Analog ist nicht out
Fünf Millionen Glas-Fieberthermometer werden jährlich noch in Geschwenda produziert

Die Deutschen messen Fieber am liebsten digital, in anderen Ländern setzt man immer noch auf das traditionelle Glas-Fieberthermometer, wie es beispielsweise aus Thüringen kommt.
  • Die Deutschen messen Fieber am liebsten digital, in anderen Ländern setzt man immer noch auf das traditionelle Glas-Fieberthermometer, wie es beispielsweise aus Thüringen kommt.
  • Foto: Rometsch
  • hochgeladen von Ines Heyer

Jetzt, in den Wintermonaten ist eine Erkältung oder Grippe keine Seltenheit.
Man quält sich mit Husten, Schnupfen und Fieber herum. Die Körpertemperatur sollte dabei aber immer im Auge behalten werden. Gut, wenn ein Fieberthermometer zur Hand ist. Früher waren sie in jeder Hausapotheke, aus Glas gefüllt mit Quecksilber, zufinden. Heute ist das Geschichte, der Einsatz von Quecksilber ist seit 15 Jahren in Europa verboten.

Die moderne Technik hat auch beim Fieberthermometer Einzug gehalten. Viele sind elektronisch und verfügen über eine Digitalanzeige. Aber, die analogen Glas-Fieberthermometer sind noch nicht ausgestorben.

Geratherm Medical AG, ein Thüringer Medizintechnik-Unternehmen mit Sitz in Geschwenda, produziert jährlich noch fünf Millionen Stück und hält damit die über 100-jährige Glastradition der Region am Leben. Statt Quecksilber kommt seit den 90er-Jahren das selbst entwickelte und patentierte Galinstan zum Einsatz. Damit ist das Unternehmen weltweit führend.
„In Italien setzt man immer noch auf das traditionelle Glas-Fieberthermometer und es ist somit ein großer Markt für uns“, sagt Denny Holland-Moritz, Werksleiter. Aber auch die Kunden in Amerika, Brasilien und Pakistan vertrauen gerne auf die Glas-Fieberthermometer aus Thüringen.

„Unsere Thermometer messen auch nach 100 Jahren noch ganz genau – und das ohne Batterie. Sie sind ökologisch nachhaltig, denn alle Teile sind recyclebar“, erklärt der Werksleiter. Auch bei der Hygiene – beim Desinfizieren– können die analogen Thermometer punkten.

Über 20 Arbeitsschritte sind erforderlich, um so ein Thermometer herzustellen, einige Arbeitsschritte sogar in Handarbeit. „Im November 2018 haben wir unsere eigene Glaswanne in Betrieb genommen und fertigen unsere Messkapillaren jetzt selbst“, sagt Denny Holland-Moritz. Diese werden in das Innere des Thermometers eingebaut und mit Galinstan befüllt. Die Herstellung ist eine absolute Präzisionsarbeit.
Um die Thüringer Produkte weltweit bekannt zu machen, ist man viel auf Messen unterwegs, vor Kurzem auf der weltweit zweitgrößten Gesundheitsmesse in Dubai.

„In Deutschland wird Fieber heute meist mit einem Digitalthermometer gemessen – aber es gibt sie noch, die traditionellen Fieberthermometer aus Glas, hergestellt in Thüringen“, sagt Denny Holland-Moritz.

Autor:

Ines Heyer aus Saalfeld

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