Nur eine Frage:
Soll ich bei Gewitter wirklich ­Buchen suchen?

Gibt es Bäume, in die Blitze häufiger einschlagen als in andere? Und sind dies wirklich Buchen, die man deshalb suchen sollte?
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  • Gibt es Bäume, in die Blitze häufiger einschlagen als in andere? Und sind dies wirklich Buchen, die man deshalb suchen sollte?
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Gibt es Bäume, in die Blitze nicht oder nur selten einschlagen? Und falls ja: Sind dies wirklich Buchen? Die Antwort weiß Prof. Dr. Michael Rock von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Technischen Universität Ilmenau. Sein Fachgebiet sind Blitz- und Überspannungsschutz. Er ist Vorsitzender des Ausschusses für Blitzschutz und Blitzforschung (ABB) im Verband der Elektrotechnik (VDE).

Bei Gewitter rät der Volksmund: Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen. Das Gegenteil ist der Fall: Der Aufenthalt unter oder in der unmittelbaren Nähe von Bäumen, unabhängig von der Baumart, ist bei Gewitter lebensgefährlich und sollte unbedingt vermieden werden. Das gilt besonders für einzeln stehende Bäume oder Baumgruppen.

In Bäume schlägt häufig der Blitz ein. Die sichtbaren Wirkungen sind abhängig von der Baumart. So kann es zum großflächigen Abschälen der Rinde, zum regelrechten Sprengen des Baumes oder nur zu einer schnell verheilenden schmalen Furche in der Rinde kommen. ­Daraus haben die Menschen in früheren Zeiten fälschlich bestimmten Baumarten eine Schutzwirkung zugeordnet, was sich im Volksgedächtnis bewahrt hat. Die große Unfallgefahr für Menschen unter einem Baum bei Gewitter besteht trotzdem.

So kann man sich
vor Gewitter schützen

Bei Gewitter sollten Personen einen Abstand von mindestens zehn Metern zu einem Baum einhalten, auch wenn man dabei Regen und Hagel ausgesetzt ist. Ein Baum kann aufgrund seiner Höhe leicht vom Blitz getroffen werden – ein ­nahestehender Mensch kann dann einen Seitenblitzüberschlag erfahren. Zudem ist er durch eine hohe Schrittspannung und durch Splitterwirkung gefährdet.

Innerhalb eines Waldes ist man recht sicher – so lange man einen Abstand von einigen Metern zu umgebenden Bäumen einhält. Dabei sollte man sich in jedem Fall so klein wie möglich machen und die Füße zusammenstellen, also in Hockstellung gehen, aber nicht auf den ­Boden legen. So ­vermeidet man einen direkten Blitztreffer und das Abgreifen einer sogenannten Schrittspannung auf dem Erdboden.

Sichere Orte sind mit Blitzschutz ausgerüstete Gebäude oder Autos mit Ganzmetallkarosserie. Auch feste Gebäude ohne Blitzschutz bieten Schutz, wenn man Kontakt mit metallenen Leitungen und Einrichtungen vermeidet und möglichst Abstand zu Fenstern, Türen und den Außen­wänden einhält.

Alle Fragen, alle Antworten: https://www.meinanzeiger.de/tag/nur-eine-frage

Gibt es Bäume, in die Blitze häufiger einschlagen als in andere? Und sind dies wirklich Buchen, die man deshalb suchen sollte?
Prof. Dr. Michael Rock von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Technischen Universität Ilmenau. Sein Fachgebiet sind Blitz- und Überspannungsschutz.
Autor:

Michael Steinfeld aus Erfurt

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