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Wintersport auch im Sommer?

Wo: KHW Geschwenda, Alte Lage, 98716 Geschwenda auf Karte anzeigen
Gabi Schrickel und Tamara Straubing hoffen für alle Kinder, dass ein schneereicher Winter kommt. Foto: Andreas Abendroth
Gabi Schrickel und Tamara Straubing hoffen für alle Kinder, dass ein schneereicher Winter kommt. Foto: Andreas Abendroth
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Ski und Rodel gut wird über Sanddünen hallen

Von Andreas Abendroth

Es sind schon irgendwie verrückte Zeiten. Der Winter ist nicht mehr dass, was er vor Jahren einmal war. Der Winter zieht sich immer mehr in die Regionen der Hochgebirge zurück. Der Einsatz von künstlichen Beschneiungsanlagen – oftmals fraglich. Doch wie gerne möchte man wieder einmal eine richtige Rodelpartie wie in der Kinderzeit machen.
Die Wissenschaftler bringen Begriffe wie Treibhauseffekt und Klimawandel ins Rennen. Noch in scherzhafter Form wird gesagt: Es wird bald so warm wie in der Wüste. Doch, diesen Aspekt sollte man gar nicht so weit von sich schieben. Kann man Wintersport auch im Sommer betreiben? Ja sagen der deutsche Wüstensportler Henrik May und Ralf Groteloh, vom in Thüringen ansässigen Weltmarktführer für Kunststoffrodel.
„Schnee und Sand kann man durchaus miteinander vergleichen. Und das Wort Schlitten bedeutet so viel wie gleiten. Auf welchem Untergrund ist fast egal, wenn er glatt ist“, so der Geschwendaer Groteloh.
Auf sprichwörtliche sandige Erfahrungen kann Henrik May bauen. Der Zella-Mehliser wanderte 1998 nach Namibia aus. Und, er erfand das Skifahren neu. Nämlich auf heißem Wüstensand. Außerdem hält May seit 2010 den Geschwindigkeitsrekord im Speed-Sand-Skiing. Seinen Auffassungen nach sollte es möglich sein, im Sand zu rodeln. Einzige Hürde sind die Reibungskräfte der Sandkörnchen, welche das Material abscheuern und die Fahrt somit stark abbremsen. Die Lösung wäre ein extrem abriebfestes Material für die Kufen.
Hier kommen wieder Wissenschaft und Forschung mit ins Spiel. Die Rodelbauer entwickelten gemeinsam mit der Technischen Universität Ilmenau und dem Fraunhofer Institut in Oberhausen das Spezialmaterial.
Der erste Sandrodel soll Anfang 2015 der Öffentlichkeit präsentiert werden. Und die Konstrukteure verraten nur noch so viel vorab: „Um den ungeahnten Kräften durch die ungleichmäßige Beschleunigung und der hohen Bremswirkung auf Sand zu begegnen, wird der Pilot die liegeposition einnehmen müssen.“
Und so wird in naher Zukunft auch der Ruf: „Ski und Rodel gut“ auch über Dünen erschallen.

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