Wer schrieb anonymen Brief über Mord an Bernd Beckmann?
Aufforderung zum Speicheltest

Vor 25 Jahren wurde Bernd Beckmann in Jena ermordet.Nun sucht sie Polizei einen anonymen Briefschreiber, der mehr über die Todesumstände wissen könnte.
3Bilder
  • Vor 25 Jahren wurde Bernd Beckmann in Jena ermordet.Nun sucht sie Polizei einen anonymen Briefschreiber, der mehr über die Todesumstände wissen könnte.
  • Foto: Quelle: Landespolizeiinspektion Jena
  • hochgeladen von Simone Schulter

Nach einem großen Ermittlungserfolg im März will die „Soko Altfälle“ endlich auch den Mörder von Bernd Beckmann aus Jena finden. 500 Männer sollen in diesen Tagen ihre DNA abgeben.

Der 6. Juli 1993 war wohl kein schöner Tag für den Bernd Beckmann aus Jena. Bessere folgten für den Neunjährigen nicht. An jenem Dienstag verschwand der Junge. Um 22.50 Uhr meldete seine Mutter ihn als vermisst. Seine letzten Lebensstunden geben der Polizei seit einem Vierteljahrhundert Rätsel auf.

Wegen einer verschwundenen Uhr hatte Bernd großen Ärger in der Schule. Die Situation muss ihn sehr belastet haben. Denn er erzählte wildfremden Menschen in einem Bus nach Jena-Lobeda von seinen Problemen. In dem Neubaugebiet wohnten seine Großeltern. Vielleichte suchte er bei ihnen Trost, nachdem er nach Schulschluss stundenlang durch die Stadt gestromert war.Doch ein weiterer Tiefpunkt folgte. „Der Junge muss vor verschlossener Tür gestanden haben. Die Großeltern waren im Urlaub“, rekonstruiert Steffi Kopp von der Landespolizeiinspektion Jena die Ereignisse.

Das Kind wird nur tot wiedergefunden – am 18. Juli in einem Gebüsch am Saaleufer. „Gewalt gegen den Hals“ ist als Todesursache benannt. „Wir gehen davon aus, dass er vorher missbraucht wurde“, konkretisiert KriminalhauptkommissarMirko Leser. Er arbeitet in der Sonderkommission Altfälle (Soko).

Seit gut zwei Jahren rollen 20 Polizeibedienstet in der Soko drei ungeklärte Kindermorde aus den 1990er-Jahren auf. Im März konnte bereits der mutmaßliche Mörder der 10-jährigen Stephanie Drews aus Weimar nach 27 Jahren verhaftet werden. Gleiche Erfolge wünscht man sich im Fall Bernd Beckmann. Deshalb werden alle Details in den gut 100 Aktenordnern, die sich mit dem Schicksal des Grundschülers befassen, noch einmal genau gesichtet.

Derzeit konzentrieren sich die Ermittler auf einen Brief. „Er ging Ende Juli 1993 bei der Polizei ein und gibt wichtige Hinweise, wie Bernd ums Leben gekommen ist“, so Polizeisprecherin Kopp.Diesen Briefschreiber möchte die Polizei unbedingt befragen. Durch moderne Technik konnte seine DNA sichergestellt werden. Er hatte Spucke verwendet, um die Briefmarkte auf- und den Brief zuzukleben. Leider hat er sich bisher nicht freiwillig gemeldet. Nun will man ihn mit einem – vorerst freiwilligen – DNA-Test finden.

Ab dem 27. Juni müssen sich rund 500 Männer dazu melden. Sie alle wohnten vor 25 Jahren in der Nähe jenes Ortes, an dem Bernd das letzte Mal gesehen worden ist und später tot aufgefunden wurde. Eine Speichelprobe abzugeben ist einfach, machte Steffi Kopp Mut, sich dem Test zu stellen. Wattestäbchen in den Mund, ein kurzer Abstrich fertig. „Das tut auch nicht weh“, versichert die Polizei-Hauptkommissarin. Den Eltern und zwei Geschwistern von Bernd könnte aber mit einem weiteren Ermittlungserfolg eine große Last genommen werden, wenn das Schicksal von Sohn und Bruder endlich lückenlos aufgeklärt werden kann.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen