Unterhaltung
Der Weimarer Pianist Felix Reuter vergreift sich gern im Ton

Felix Reuter beflügelt die Menschen, mal wieder in die alten Klassiker hineinzuhören.
  • Felix Reuter beflügelt die Menschen, mal wieder in die alten Klassiker hineinzuhören.
  • Foto: Agentur Steffen Wolf
  • hochgeladen von Jana Scheiding

Felix Reuter, studierter Pianist, Organist und Jazzmusiker, improvisiert Musik(geschichte) aus 300 Jahren und das mit jeder Menge komödiantischem Charme und Entertainment. Aus einer Fuge von Bach entsteht auf seinem Flügel im Handumdrehen ein Stück von Gershwin.

Sein Publikum findet nicht nur diese Verwandlungen phänomenal – auch die Geschichten um Stücke und Komponisten, die Reuter zu erzählen weiß. Unter anderem die von Beethovens 1000 Schlüssen. Am 28. März gastiert Reuter mit seinem Konzert „Die verflixte Klassik“ in seiner Heimatstadt Jena. AA-Redakteurin Jana Scheiding hat mit dem Vollblutmusiker gesprochen.

Musikgeschichte aus 300 Jahren – wo fangen Sie an und wo hören Sie auf?
Meist beginne ich bei Bach und höre bei Gershwin auf. Ich improvisiere auf dem Flügel und reagiere auch auf Zurufe aus dem Publikum.

Wenn ein Zuschauer ruft „Ich hätt‘ gern was von Verdi!“?
Dann erfülle ich ihm den Wunsch. Manchmal muss ich nur ein paar Töne ändern und finde mich in einem anderen – bekannten – Stück wieder. Zum Beispiel wird aus „Alle meine Entchen“ in Nullkommanichts „Die Moldau“ und aus „Freude schöner Götterfunken“ das Weihnachtslied „Sind die Lichter angezündet“. Und so ist auch Verdis „Aida“ wandelbar.

Wenn Kinder, die zum Klavierspielen verdonnert werden, wüssten, was sie mit einem Piano anstellen könnten…
Sie werden lachen, aber ich konnte schon einige motivieren, das Klavier lieben zu lernen. Die Eltern haben mir Mails geschickt.

Sie sehen eine Verwandtschaft zwischen Bach und Jazz. War das Weihnachtsoratorium der Onkel des Jazz?
(Lacht). Nicht ganz. Man kann fast alle Stücke von Bach stilistisch verändern. Beim Oratorium klappt das nicht, aber bei der Klaviermusik. Natürlich spiele ich immer zuerst das Original und dann die Interpretation. Zum Schluss zeige ich, wie leicht Klavierspielen ist. Es klingt so einfach und ich habe schon einige Menschen dazu gebracht, es selbst zu probieren – mit mehr oder weniger Erfolg.

Apropos Schluss. Was hat es mit Beethovens 1000 Schlüssen auf sich?
Wer seine Stücke kennt, wird es vielleicht bemerkt haben: Man denkt, jetzt ist Schluss, aber es ist noch lange nicht Schluss. Es folgt immer noch ein Paukenschlag, eine Fanfare und dann ist immer noch nicht Schluss. Wenn ich diese Geschichte erzähle, kramen die Leute zu Hause die alten Klassiker hervor und prüfen, ob sie wahr ist.

Termin:
28. März, 20 Uhr, Volksbad Jena, kabarettistisches Konzert mit dem Weimarer Künstler Felix Reuter
Tickets: Touristinformation Jena oder tickets@jena.de

Autor:

Jana Scheiding aus Arnstadt

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