Gewöhnungsbedürftiges Planetarium: Es grünt so grün...

So schön ist das Planetarium nach der Sanierung geworden. „Hausherr“ Rolf Ferdinand Schmalbrock, Geschäftsführer der Ernst-Abbe-Stiftung, ist mit dem Ergebnis zufrieden.  Foto: Hausdörfer
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  • So schön ist das Planetarium nach der Sanierung geworden. „Hausherr“ Rolf Ferdinand Schmalbrock, Geschäftsführer der Ernst-Abbe-Stiftung, ist mit dem Ergebnis zufrieden. Foto: Hausdörfer
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Man muss sich erstmal an den Anblick gewöhnen: Die Kuppel des Jenaer Planetariums präsentiert sich jetzt ganz im grünen Farbton. Die Tarnfarbe im Dachpappe-Look hat im Rahmen der 600.000 Euro teuren Kuppelsanierung das auffällige, kassettenförmige Metalldach ersetzt, welches das Äußeres des Jenaer Sternentheaters ein halbes Jahrhundert lang optisch prägte.
„Das Jenaer Planetarium ist mit der Sanierung wieder ein Stück näher an sein ursprüngliches Aussehen herangerückt", erklärte zur offiziellen Übergabe Prof. Jens Goebel als Vorsitzender der Ernst-Abbe-Stiftung, der Eigentümerin des traditionsreichen Hauses.

In der Tat ist das Grün genau die Farbe, in der sich die Kuppel zur Einweihung im Jahr 1926 zeigte. In den 1960er Jahren war zum Schutz der Kuppelkonstruktion aus Stahl und Beton eine Hülle aus Alu-Blech darüber gesetzt worden. Doch, in die Jahre gekommen, wies diese in den letzten Jahren immer mehr Dellen und Wölbungen auf. "Die Kuppel lebte", sagte Rüdiger Burkhardt, Geschäftsführer des mit den Planungen beauftragten Ingenieurbüros aus Weimar, ohne dass man zunächst genau gewusst hätte, was unter der Hülle passiert. Bei den Sanierungsarbeiten zeigte es sich: Die das Metalldach tragende Holzteile waren zum Teil verrottet oder gar nicht mehr vorhanden, das Isolationsmaterial verrutscht.

Erstaunlich gut erhalten fanden die Bauarbeiter aber die eigentliche, nur sechs Zentimeter dicke Betonkuppel vor. Das Kuppelbauwerk war in den 1920er Jahren in einer für die damalige Zeit völlig neuartigen Technologie errichteten worden.

Die neue Außenhaut der Kuppel besteht nun aus einer ebenfalls sechs Zentimeter starken Dämmschicht aus Glasschaum. Darüber sind drei Kunststoff-Schichten aus Polyurethan aufgebracht. In die oberste wurde, im noch flüssigen Zustand, Natursplitt aus den südamerikanischen Anden eingestreut, um dem historischen Vorbild möglichst nahe zu kommen. An den Urzustand angelehnt ist jetzt auch die rote Farbe des Sockelbereichs, die mit dem Grünton der Kuppel durchaus angenehm korrespondiert.

Nachdem am vergangenen Freitag die letzten Hüllen gefallen waren, gab es bei den geladenen Gästen durchaus auch kritische Stimmen. Jemand fühlte sich an die Bunker im Wald zu seiner Bundeswehrzeit erinnert, andere hatten Sorge, dass das Gebäude im kommenden Frühjahr im grünen Blättermeer der umgebenden Bäume kaum noch wahrgenommen werden könnte.

So schön ist das Planetarium nach der Sanierung geworden. „Hausherr“ Rolf Ferdinand Schmalbrock, Geschäftsführer der Ernst-Abbe-Stiftung, ist mit dem Ergebnis zufrieden.  Foto: Hausdörfer
So sah das Planetarium vor der Sanierung aus.
Autor:

Bernd Hausdörfer aus Jena

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