Kulturarena Jena: Mit Blaulicht ins Finale

Tolle Stimmung herrschte in der Arena beim Auftritt des kubanischen Kultstars Manolito, der besonders von seinen in Deutschland lebenden Landsleuten stürmisch gefeiert wurde.  Foto: Hausdörfer
  • Tolle Stimmung herrschte in der Arena beim Auftritt des kubanischen Kultstars Manolito, der besonders von seinen in Deutschland lebenden Landsleuten stürmisch gefeiert wurde. Foto: Hausdörfer
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JENA. Blaulicht am Haeckelplatz, Polizeiautos in der Schillerstraße. Dazwischen rund 1.000 junge Leute, die "Occupy Engelplatz" spielen, auf den Fußwegen lagern und auch die Fahrbahn blockieren. Die Polizisten haben diesmal aber ihre Schlagstöcke im Spind gelassen, leiten hingegen freundlich lächelnd den Verkehr um, damit ja nichts passiert. Das ist Jena 2012 im Kulturarena-Ausnahmezustand.
Dieser war wieder angesagt beim ausverkauften "BOY"-Konzert in der Vorwoche. Die sympathische Band mit den Frontfrauen Valeska Steiner und Sonja Glass sorgte für diesen, den Kulturarena-Rahmen sprengende Zuspruch. Der Auftritt war auch für Jenakultur-Chefin Dr. Margret Franz das bisher beeindruckendste Konzert. "Ja, es gibt Absprachen und eine gute Zusammenarbeit mit der Polizei. Wir wollen kein abgeschottetes, elitäres Festival sein und finden es gut, dass gerade bei den ausverkauften Konzerten auch die Zaungäste draußen noch ihre Freude daran haben", so Margret Franz. Eine richtige Schlussbilanz will sie im AA-Gespräch vor der letzten Konzertwoche noch nicht ziehen. Nur soviel: "Ich glaube, wir konnten ein ausgewogenes Programm für alle Besuchergruppen bieten, wobei wir den Geschmack des sich verjüngenden Publikums berücksichtigt haben". Und sie freut sich über das bisher wunderbare Wetter und erinnert sich an die Kulturarena vor genau zehn Jahren, als das „Jahrhundert-Hochwasser“ den Osten Deutschlands heimsuchte: "Es gab viele Anrufe, ob die Konzerte wegen des Dauerregens überhaupt stattfinden könnten, aber das Publikum hat uns trotzdem die Treue gehalten".
Der Favorit für die letzte Arena-Woche ist für Margret Franz die portugiesische Band "Dancas Ocultas", die morgen erstmalig in Jena gastiert. Doch zuvor tritt bereits heute Jarle Bernhoft aus Norwegen als Ein-Mann-Show auf die Bühne. Weiter geht es am Freitag mit der Jenaer Band „Feindrehstar“ im Doppelkonzert mit „The National Fanfare of Kadebostany“ und deren Club-Polka. Verkehrsprobleme am Engelplatz sind vorprogrammiert am Samstagabend bei Tim Bendzko, dessen Konzert am allerschnellsten ausverkauft war. Mit einem wie gewohnt sehr preiswerten Schlusskonzert mit „Bauchklang“ und den „Kummerbuben“ am Sonntag ist die Kulturarena dann auch schon wieder Geschichte und der Engelplatz allzeit wieder frei befahrbar, bis zur nächsten Arena...

Autor:

Bernd Hausdörfer aus Jena

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