Garten der Villa Rosenthal wird durch Poetry Slam belebt
Leipzig gegen Jena mal nicht im Stadion - wer gewinnt?

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Jan LindnerAm warmen Sommerabend des 2. Juni 2019 wurde ein geschichtsträchtiger Ort von jungen und älteren Literaturinteressierten belebt. Entspannung, Unterhaltung und Kurzweil ... das gab es auch vor ca. 100 Jahren am selben Ort, als die Eheleute Eduard und Clara Rosenthal in ihrer Villa für Begegnung, gesellschaftspolitische Diskussionen und kulturelle Ereignisse sorgten.
Er war jüdischer Abstammung, seit 1896 ordentlicher Professor für Rechtsgeschichte in Jena und stand seit 1903 dem Kunstverein vor. Sie galt vor dem Ersten Weltkrieg als attraktivste Frau der Stadt. Ihr Eintreten für die Kunst wurde allgemein gewürdigt und die Aufnahme in ihre Zirkel galten als Privileg.  Sein Entwurf einer thüringer Verfassung wurde vor knapp 100 Jahren "einmütig" vom "Volksrat" verabschiedet. Die Ausarbeitung der 1. Thüringer Verfassung ist Eduard Rosenthals  bedeutendster Verdienst.
Seine 10 Jahre jüngere jüdische Ehefrau nahm sich unter dem Druck der antisemitischen Verfolgungen durch die Nationalsozialisten am 11.11. 1941 das Leben; der einzige Sohn der Eheleute starb bereits 1914 als Freiwilliger im 1. Weltkrieg in Frankreich; ein Gedenkpavillion im Garten erinnert an ihn.

Ein Inspiration ausstrahlender Geist lag über der Sommerwiese

Von diesen bedeutenden und tragischen historischen Ereignissen ahnt man nichts, wenn man sich von den Ereignissen begeistern lässt, die in der seit 2009 von "Jenakultur" als Veranstaltungs- und Tagungsort umgebauten Villa Rosenthal angeboten werden. So gibt es dort Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, auch mal Theater und Gelegenheit für private Festlichkeiten.
Das von "Livelyrix" präsentierte  Open Air Poetry Slam vergangenen Sonntag war ausverkauft. Begeistert folgte das Publikum den Gedanken der Wortkünstler aus Jena und Leipzig. In einem Beitrag ging es um die Auseinandersetzung mit dem Islam.
Die besondere Würze bestand darin, dass Jenenser für Leipzig antraten und Zugereiste für Jena. Zufall! Auf welcher Seite stehe ich? Wer gewinnt? Egal!
Es ging um den kulturellen Genuss, den die Darbietenden und die Zuhörer empfanden und um das Gespür für den Inspiration, Harmonie und Friedlichkeit ausstrahlenden Geist, der über der Sommerwiese in Rosenthals Garten lag, mit dem die jungen Künstler ihr Publikum gewannen. Friede bis zuletzt trotz des 1:0 für Jena!
Team Jena:       Friedrich Herrmann, Marcel Schneuer, Inke Sommerlang
Team Leipzig:  Sarah Teicher, Lina Wedemeyer, Jan Lindner 
 "Livelyrix"                   "Jenakultur"

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