Jenaer Kulturarena und die Faszination der Musik der Goldenen Zwanziger
Moka Efti Orchester stand vor seinem bisher größten Publikum

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Warum eigentlich üben die 20er Jahre solch eine Anziehungskraft auf uns aus? Warum erfasst uns beim Hören von Charleston, Blues, Swing, Quickstepp, Tango und Hot Jazz solch eine unbestimmte, irritierende Sehnsucht? Zumindest mir geht es so und darum verbrachte ich den Abend des 1. August 2019 auf der Jenaer Kulturarena zum Konzert des eigens für den Fernsehfilm „Babylon Berlin“ gegründeten Moka Efti Orchester.

Es waren die Goldenen Zwanziger,

die für Deutschland etwa den Zeitabschnitt zwischen 1924 und 1929 bezeichnen. Der Begriff veranschaulicht den Wirtschaftsaufschwung in vielen Industrieländern, der die Menschen beflügelte und ihnen nach dem Ende des 1. Weltkriegs ein Gefühl des Aufbruchs in ein neues Leben verlieh. Für einige Jahre wirkte sich das neue, positive Lebensgefühl innerhalb der Gesellschaft auch auf die Bereiche Kunst und Kino aus. Die ersten Tonfilme waren zu sehen und der Film etablierte sich als Massenmedium.
Marlene-Dietrich-Mode

Die Styles von Marlene Dietrich und Greta Garbo wurden von den Frauen jener Zeit übernommen. Sie ahmten Kleidung, Kopfschmuck, Make up und Frisuren der Schauspiel-Ikonen nach und begaben sich mit der entsprechenden "sexy Eleganz" in nächtliche Ballhausabenteuer. Wenn die Herren des Nachts ebenso gepflegt mit Anzug und Hut unterwegs waren, kam man der glitzernden Märchen-oder Scheinwelt auf den Filmleinwänden rein optisch schon einmal sehr nahe und lebte sie zum Rhythmus der Musik so richtig aus.
Berlin ist wild, dreckig, glamourös und feierwütig zugleich.
So wirbt die "Gastspielreisen-division of FKP Scorpio Konzertproduktionen" GmbH auf ihrer  Webside für das Moka Efti Orchesters.
Da schwingt Geheimnisvolles, Verbotenes, vielleicht auch Kriminelles mit. Wir haben nur eine geringe Ahnung davon, wie das Lebensgefühl von damals war und möchten es nachempfinden.
An jenem Arena-Abend half uns dabei der Anblick der stilechten Kleidung der Bandmitglieder, welche wiederum vom Anblick unserer innerstädtischen Jena-Kulisse entzückt waren.
Im Moderieren unerfahren, wechselten sich verschiedene Musiker gefühlt wahllos bei der Ansage ab. Die Interpretation der Stücke zeugte von hoher Professionalität, wobei der berühmte Funke erst bei beginnender Dunkelheit herübersprang. Dann kam auch beim Zuhören so richtig Stimmung auf und nach zwei Stunden konnte wer wollte swingend nach Hause gehen ... .

Autor:

Astrid Lindner aus Jena

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