Prunkstück im Herzen von Jena

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Der Gebäudekomplex „Sonnenhof“ verbindet Geschichte mit moderner Architektur. Ein Einblick in Konzepte und 3 Jahre Baugeschichte.

Die Ausmaße sind gewaltig: 10 000 Kubikmeter Beton und 1280 Tonnen Stahl wurden verbaut, 58 000 Meter Starkstromkabel und 13 000 Meter Datenkabel verlegt - und das alles für einen Gebäudekomplex. Die Rede ist von einem von Jenas innovativsten Bauprojekten: dem "Sonnenhof" bzw. dem "Haus zur Sonne". Bis zur Fertigstellung des Baus im November 2013 gingen fast drei Jahre ins Land, was jedoch aufgrund der aufwändigen Fassade mit ihren ungewöhnlichen Formen etwa den vorherigen Planungen entsprach. Inzwischen sind die Mieter eingezogen. Alle sechs Gewerbeeinheiten sind besetzt, nur wenige der insgesamt 29 Wohneinheiten mit einer Größe von jeweils 50 bis 120 Quadratmetern sind noch nicht vermietet. Im Juni dieses Jahres soll dann auch die Außenanlage des Prestigebaus fertiggestellt sein.

Modern, aber passend zum städtischen Umfeld

Die Wohnungsgenossenschaft (WG) Carl Zeiss, der Auftraggeber dieses auffälligen und großen Objekts in der Innenstadt, gibt sich zufrieden. "Wir wollten eine Architektur des 21. Jahrhunderts, doch keine normale Kubatur mit viereckigen Formen und sehr viel Beton, wie man sie aus anderen Innenstädten kennt. Das Objekt sollte Wiedererkennungswert haben und von Besuchern der Stadt unmittelbar mit Jena verbunden werden", so Karl-Heinz Kalke. Der technische Leiter der WG Carl Zeiss suchte deshalb nach einem Architekten, der in seinen Entwürfen ungewöhnliche Wege geht - und wurde durch einen Zeitungsartikel auf das Architekturbüro J. Mayer H. aus Berlin aufmerksam. Für das Unternehmen war der "Sonnenhof" kein normaler Auftrag. Die Schwierigkeit bestand nämlich darin, den kleinstädtischen Charme und das historische Ensemble der aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammenden Nachbarbauten und das weitere städtische Umfeld zu berücksichtigen. "Wir haben uns dann für mehrere kleinere Baukörper entschieden", so der Planungsarchitekt Jens Seiffert. "Durch die vielen neuen Wege, die dabei als Durchgang vom Löbdergraben zum Markt entstanden sind, haben wir dieses Ensemble zudem mit der Stadt vernetzt."

Alt trifft neu

Während der Entwicklungsphase gab es einen engen Kontakt zwischen dem Architekturbüro und der WG Carl Zeiss, da auch viele Anforderungen zu berücksichtigen waren. So war die WDVS-Fassade ursprünglich in Weiß geplant, wurde aber dann hin zu einem hellen Grau verändert. Auch die Renovierung des Gasthauses "Zur Sonne", dessen Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, musste sowohl den historischen als auch zeitgemäßen Erfordernissen genügen, was auch beim Interieur weiterverfolgt wurde. "Unser Konzept für das Restaurant ‚Zur Sonne‘ ist ‚Alt trifft Modern‘", so Geschäftsführer Stefan Pfeiffer. "Dies spiegelt sich auch in der Inneneinrichtung der Sonne wider, mit einer historischen Seite im Bereich der Bohlenwand und einer modernen Seite mit einladendem Barbereich und bequemen Lounges." Ein Besuch des einzigartigen Gebäudekomplexes lohnt sich also, um mit eigenen Augen zu sehen, wie harmonisch Tradition und Moderne hier einander begegnen.

Erschienen am Mittwoch, 16. April in der gedruckten Ausgabe des Allgemeinen Anzeiger, Lokalausgabe Jena

Autor:

Lutz Granert aus Jena

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