Mensch und Kultur
Singen ist geil! Nach Erfurt hat auch Jena einen Kneipenchor

Keine leeren Plätze beim Kick-Off des Kneipenchores in Jena. Darüber freuen sich Philipp Körber (links), Stefan Räsch, Sabine Neues, Christian Seidel und Florian Drachenberg.
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  • Keine leeren Plätze beim Kick-Off des Kneipenchores in Jena. Darüber freuen sich Philipp Körber (links), Stefan Räsch, Sabine Neues, Christian Seidel und Florian Drachenberg.
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Der selbsternannte Hüter des deutschen Liedgutes – Gotthilf Fischer – bekommt zunehmend Konkurrenz. Was insbesondere jungen Menschen als altbacken erschien, liegt seit einiger Zeit in deutschen Metropolen im Trend und kam auch in Thüringen an: singen im (Kneipen)Chor.

Es funktioniert wie bei Fischer, nur ein wenig anders. Zweimal monatlich treffen sich die Chormitglieder in einer Kulturlocation – in Erfurt bei Franz Mehlhose -, um die Stimme zu trainieren.
Verantwortlich für den Zusammenschluss von 150 Erfurter Goldkehlen sind Stefan Räsch, Inhaber der Musikschule „MusikWerk“, und Mitstreiter Christian Seidel, Betreiber einer Agentur. „Die Idee entstand, als wir uns Gedanken machten, wie wir einem Chor zu mehr Männerstimmen verhelfen könnten“, erzählt Räsch. Und weil das mit dem Kneipen-Chor – und den Männern - in der Landeshauptstadt hervorragend klappt, hat das Duo seinen Aktionsradius erweitert. „Jena ist eine coole und kreative Stadt, die unbedingt einen Kneipen-Chor braucht“, findet Seidel.
Am Abend des Kick-Off im Januar waren die Initiatoren gespannt, wie viele Sänger sich in Jenas Kulturbahnhof einfinden würden. Eine Stunde nach dem Einlass gab es keinen freien Platz mehr und über 100 Menschen schmetterten gemeinsam „Es tut mir leid, Pocahontas. Ich hoffe, du weißt das.“ Auch dieses deutsche Liedgut von „Die Draufgänger“ ist es wert, gehütet zu werden.

Keine schiefen Töne

Dafür, dass die Sache nicht in Schieflage gerät, sorgt Musiker, Musikdozent und Cheftrainer Philipp Körber – im Kneipen-Chor trifft man sich nicht zur Probe, sondern zum Training. Das Alter spielt hier keine Rolle – vom Student bis zur Teenager-Spätlese ist alles vertreten und das ist ausdrücklich gewünscht.
„Wir bringen Menschen zusammen, die sich aufgrund fehlender Berührungspunkte vermutlich nie begegnet wären. Nun verbindet sie die Musik“, sagt Christian Seidel, dem die Begeisterung anzusehen ist und der gleich noch einen Zeitsprung wagt: „Früher sangen die Menschen am Lagerfeuer, heute treffen sie sich in Kulturstätten wie dieser.“
„Wir wollen Menschen zum Singen bringen, weil singen geil ist und positiv auf die Persönlichkeit wirkt“, bringt es Stefan Räsch auf den Punkt und denkt bereits an den Erfolg. „Jeder Musiker, jeder Sänger will auf die Bühne. In Erfurt haben wir kurz nach der Gründung mit Bodo Ramelow gesungen. Und auf dem Weihnachtsmarkt stimmten die Leute spontan mit ein.“
Auch in Jena planen die Gründer des Kneipen-Chors einige Events. Und vielleicht sind sie ja bald schon auf dem Weg in die nächste Thüringer Stadt. Denn singen steckt an. Da sind sie ganz bei Gotthilf Fischer.

https://www.musikwerk.online
und auf Facebook

Autor:

Jana Scheiding aus Arnstadt

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