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Was für die Kölner der Karneval, ist für die Holzländer ihr Maibaumsetzen: Thüringer Tischkultur und die Tradition des Maibaumsetzens im Holzland

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Saale-Holzland-Kreis, 23.05.2017 – Was im Holzland ganz selbstverständlich ist, mag anderen vielleicht etwas ungewöhnlich erscheinen, denn das traditionelle Maibaumsetzen findet in dieser Region immer um die Pfingstfeiertage statt. Die Gründe hierfür liegen in der jahrhundertealten Zimmermannskunst der Region, aus der sich der Brauch des Baumsetzens entwickelte. Auch in diesem Jahr wird das verrückte Treiben um die buntgeschmückten Fichten in den Holzlanddörfern wieder ausgelassen gefeiert – natürlich auch von und mit den Partnern der Thüringer Tischkultur.
„Der Brauch des Maibaumsetzens im Holzland geht auf die Gründung einer beruflichen Zimmermannsinnung 1659 in Klosterlausnitz zurück. Bei dem Handwerkerfest wurden im festlichen Kreis Gesellen freigesprochen und Meisterstücke zelebriert. Als krönenden Abschluss dieses Ereignisses stellten die Gesellen einen Maibaum auf, woraus sich im Laufe der Jahrhunderte ein gigantisches Spektakel im Holzland entwickelte“, berichtet Dr. Uwe Träger aus Weißenborn, der sich seit seiner Jugend mit der Geschichte des Holzlandes beschäftigt.
Eine über 350-jährige Tradition, die in ihrer Beliebtheit keinen Abbruch findet
Das Maibaumsetzen im Holzland besteht aus mehreren einzelnen Bräuchen, Veranstaltungen und Aktionen. Der Maibaum ist ein Symbol für den Frühling, den Neuanfang und das Erwachen der Natur. Früher stellten ledige Burschen ledigen Mädchen geschnittene Birken vor das Haus. Im Tausch für die Birke erhielten die Burschen bunte Bänder. Bis heute lädt der Brauch ein, gemeinsam die Veranstaltungen in den Holzlanddörfern zu allen Tageszeiten zu besuchen. Die Programme reichen vom Frühschoppen bis zum Tanz am Abend. Egal zu welcher Uhrzeit, die Bewohner und Gäste feiern zusammen, denn dieses Ereignis ist der kulturelle Höhepunkt des Jahres, welcher Besucher aus Nah und Fern anlockt. Wer dies alles miterleben will, muss ausgeruht sein – beginnend mit dem Kindermaibaumsetzen in Weißenborn und Tautenhain am Donnerstag vor Pfingsten bis zum "Dritten Feiertag“ der Weißenborner, am sogenannten "Pfingstdienstag" – kann gestaunt, getanzt und mitgefeiert werden.
Waren es früher Birken, so sind es heute meist Fichten, die aufgestellt werden. Umso höher, desto besser: So kann man schon einmal 30 Meter hohe Bäume auf dem Dorfplatz bewundern. „Es ist schon ein imposantes Bild, wenn der Riesenstamm und der Gipfel von den, mit weißem Hemd und blauer Schürze eingekleideten, Burschen mit bloßer Muskelkraft aus dem Wald transportiert werden. Das muss man schon einmal miterlebt haben“, schwärmt Dr. Uwe Träger von dem Maibaumspektakel im Holzland. Die Zimmermänner und -frauen nutzen bis heute das Maibaumsetzen, um ihre Handwerkskunst zu beweisen, indem der Gipfel des Maibaumes nach traditioneller Weise an den Stamm „angeschuht“ wird. Im Anschluss müssen die Burschen den Baum von der Waagerechten in die Senkrechte befördern – allein mit Manneskraft, Leiter und Schere. Das Kommando übernimmt dabei der Richtmeister, den man an seiner Schärpe und seiner lauten Stimme erkennt, denn diese muss von jedem Burschen auf dem Platz gehört werden, um die Anweisungen zum gemeinsam Schieben nicht zu überhören. Steht der Baum am Abend fest in seinem Loch, verbleibt er dort die nächsten 365 Tage – bis im nächsten Jahr ein neuer gesetzt wird. Die Burschen werden für ihre Mühen mit einem zünftigen Burschenball am Abend belohnt, welcher den Abschluss der Feierlichkeiten in jedem Ort bildet.

Pfingsten bei den Partnern der Thüringer Tischkultur
Holz und das Holzhandwerk spielen im Saaleland schon immer eine wichtige Rolle. Die lange Tradition ist Ursprung vieler, noch heute bestehender Berufe, Bräuche und Feste. Seine Zimmermannskunst unter Beweis stellt auch der Holzwerkhof EINZ30, der Partner der Thüringer Tischkultur ist. Mathias Scheffel, gelernter Holzdesigner und Tischlermeister, betreibt im Holzlanddorf Kraftsdorf eine innovative Holzwerkstatt. EINZ30 (www.einz30.de) steht für Unikate aus Holz und regionale Produkte. Auch MIEZE FEINE KOST, (www.miezefeinekost.de) Partner der Thüringer Tischkultur in Bad Klosterlausnitz, präsentiert seine kulinarische Kunst, insbesondere während der Feierlichkeiten des Maibaumsetzens im Holzland. Zwischen dem traditionellen Baumsetzen auf dem Marktplatz und der Festwiese am Kurpark kann am Pfingstmontag bei MIEZE FEINE KOST Halt gemacht werden. Ab 14 Uhr ist jeder eingeladen, dort bei frisch gezapftem Fassbier und kühlen Cocktails von „Wolfis“ WunderBar zu entspannen. Frisch zubereitete Köstlichkeiten gibt es wie gewohnt in der MIEZE FEINE KOST.
Von Reichenbach bis nach Bad Köstritz sowie von Crossen bis nach Oberndorf – überall im Holzland wird um das Pfingstwochenende herum das traditionelle Maibaumsetzen begangen:
Datum Titel der Veranstaltung Ort, Stadt
26. – 28. 05 Maibaumsetzen in Reichenbach Reichenbach/Thür.
27.05.2017 Maibaumsetzen in Crossen Crossen

28.05.2017 Maibaumsetzen in Bad Köstritz/ Gleina Am Vereinshaus Gleina, Bad Köstritz
28.05.2017 Maibaumsetzen in Hartmannsdorf An der Feuerwehr, Hartmannsdorf
04.06.2017 Maibaumsetzen in St.Gangloff Sportplatz, St.Gangloff
04.06.2017 Friedrichstannecker Bornschlämmen, Umzug und Maibaumsetzen Friedrichstanneck, Eisenberg
04.06.2017 Saasaer Maibaumsetzen Saasa, Eisenberg

09.-12.06.2017 Eedendorfer Meebaamsetzen
(Holzländisch für: Oberndorfer Maibaumsetzen) Feuerwehrvereinsheim, Oberndorf

Näheres zu den Traditionen in den einzelnen Orten des Holzlandes finden Sie hier.
Weißenborn: www.weissenborn-thueringen.de
Hermsdorf: www.mg-hdf.de/index.html
Bad Klosterlausnitz: www.maibaum-setzen.de
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Der Thüringer Tourismusverband Jena-Saale-Holzland e.V. vertritt und vermarktet die touristische Region „Thüringer Saaleland“ nach außen und pflegt und entwickelt die touristische Infrastruktur. Der Verband hat im Jahr 2015 das Thüringer Tourismusbudget mit dem Projektvorhaben „Thüringer Tischkultur“ gewonnen, um die Themen "regionale Produkte" und "Kulinarik" sowie neue Zielgruppen für das Saaleland und ganz Thüringen zu erschließen.

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