Wenn Männer zu kleinen Jungs werden...

Stephan Vent aus Ulla bei Weimar entdeckte 2004 seine Leidenschaft fürs Schrauben an Militär-Oldtimern neu.
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  • Stephan Vent aus Ulla bei Weimar entdeckte 2004 seine Leidenschaft fürs Schrauben an Militär-Oldtimern neu.
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Stephan Vents Leidenschaft sind Militär-Oldtimer

Einen ganzen Fuhrpark mit drei LKW, zwei Autos, 18 Mopeds und Motorrädern sein Eigen zu nennen – das ist wohl der Traum vieler Jungen und Männer. Stephan Vent lebt diesen Traum und verbringt viele Stunden seiner kostbaren Freizeit mit seinen Militär-Oldtimern. 1971 in Weimar geboren dreht der gelernte Tischler seine ersten Runden auf einer Simson, lernt im Trabant das Fahren und liebt es schon damals, an den Fahrzeugen herumzuschrauben. 2004 kauft er sich eine EMW R 35, ein Motorrad des Eisenacher Motorenwerks von 1955, baut es auf und ist sofort wieder mit dem „Schrauber- und Militär-Oldtimer-Virus“ infiziert. Allgemeiner-Anzeiger-Reporterin Anne-Kristin Henker traf den Hobby-Bastler in seinem Wohnort Ulla bei Weimar.

Haben Sie ein Lieblingsgefährt in Ihrer Sammlung?
Das ist der Trabant Kübel, ein 1979 gebautes Armeefahrzeug. Zu DDR-Zeiten fuhr es an der Grenze, als ich es Ende 2008 kaufte, war es hellblau nachlackiert, hatte kein Verdeck, dafür vier unterschiedliche Reifen und war eigentlich „Schrott“. Ich zahlte damals 2000 Euro dafür und musste es mit einem Hänger aus der Nähe von Erfurt zu mir nach Ulla holen.

Was ist heute das Besondere an diesem Trabant?
Ich schraubte damals an jedem zweiten Abend und baute ihn innerhalb von drei Monaten wieder auf: Ich ließ etwa die Sitze neu polstern, die Original-Farbe lackieren und trieb durch einen Zufall ein Original-Stoffverdeck auf und baute es ein – denn ich wollte es im Frühjahr 2009 nutzen: Der Kübel mit seinem Stoffverdeck lässt sich problemlos zum Cabrio umbauen, sodass ich bis heute bei den sommerlichen Temperaturen oft mit ihm unterwegs bin. Meine Frau lernte im Kübel außerdem das Trabantfahren.

Was fasziniert Sie an Militär-Oldtimern?
Alte, schrottreife Fahrzeuge aus meiner Jugendzeit zu kaufen, sie den Winter über aufzubauen, zu lackieren und zu sehen, wie sie wieder „aufblühen“, das ist einfach etwas ganz Besonderes! Außerdem schweißt dieses Hobby mittlerweile unseren gesamten Freundeskreis zusammen: 2010 haben wir die Interessengemeinschaft „Ostblocktechnikfreunde Weimar“ gegründet.

Wie sind Sie aktiv?
Wir sind keine „Militaristen“ und wollen keinen Krieg spielen, wie es uns immer wieder unterstellt wird. Wir schrauben einfach gerne gemeinsam, helfen uns dabei mit unterschiedlicher Technik aus, erwecken die Fahrzeuge wieder zum Leben und fahren sie auch. Das macht uns einfach Spaß. Wir besuchen mit unseren Gefährten deutschlandweit Oldtimer- und Militärfahrzeugtreffen, probieren dort wieder andere Fahrzeuge aus und sitzen abends zusammen am Lagerfeuer. Da werden Männer einfach zu kleinen Kindern!

Wie vereinbaren Sie Ihr doch recht zeitaufwändiges Hobby mit Ihrem Privatleben?
Ich habe das große Glück, dass meine Frau Christin mein Hobby teilt! Sie liebt es, Trabant zu fahren und hat im letzten Jahr sogar extra den Motorradführerschein gemacht. Sie kommt gerne mit zu den Treffen und unterstützt mich auch bei Ausstellungen, die wir selbst organisieren – wie etwa den Tag der Offenen Tür im privaten Oldtimermuseum von einem unserer Freunde in Lehesten. Einige meiner Fahrzeuge dort hinzubringen und abzuholen, das ist schon immer ein ziemlicher logistischer Aufwand, macht aber eben auch riesige Freude!

Termine

Stephan Vents Oldtimer sind demnächst gleich zwei Mal zu bewundern:
- Beim „Tag des Offenen Dorfes“ am 29.8. in Ulla bei Weimar öffnet der Hobby-Schrauber die Pforten seines Hofes (Am Roten Stein 45).
- Am 5.9. (10-18 Uhr) nimmt er gemeinsam mit den „Ostblocktechnikfreunden Weimar“ beim „Tag der offenen Tür“ im privaten Oldtimermuseum von Peter Wagner in Lehesten bei Apolda teil: Dort werden etwa 80 Vehikel zu sehen sein, erstmalig auch eine Zweiradausstellung außerdem erwartet die Besucher ein buntes Rahmenprogramm sowie Speis und Trank – u.a. gibt es frisches Brot aus einer Original Feldbackanlage sowie Suppe aus der Gulaschkanone.

Autor:

Anne-Kristin Henker aus Jena

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