Wieder eine laute, generationenübergreifende Demo in Jena
"Fridays for Future" erklärte schon mal Klimanotstand

Holzmarkt
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Freitag, 26. Juli 2019. Ist demonstrieren ein Privileg der Jugend? Nein. Auch heute mischten sich ab 16 Uhr am Holzmarkt wieder viele Vertreter der Mama/Papa-und Oma/Opa- Generation unter die zahlreich erschienenen Schüler und Studenten. Heiss war's. Diese Woche wurde es täglich 1 Grad heisser. Wir stöhnen, reduzieren unsere Aktivitäten auf das Nötigste, versuchen unseren Kreislauf zu schonen; jede überflüssige Bewegung zu vermeiden und denken hoffend "Das ist ein Ausnahmezustand, bald ist es vorbei". Aber nein. Von diesem Gedanken müssen wir Mitteleuropäer uns verabschieden. Die Hitze kommt nun immer wieder, immer länger und immer öfter.
Nachdem die Initiatoren den Gedanken des "Klimanotstands" für unsere Stadt erneut und energisch thematisierten in der Hoffnung auf eine baldige Entscheidung unseres Stadtrats bzw. des entsprechenden Unterausschusses und dabei darauf aufmerksam machten, dass alle Kommunen, Kreise, Bundesländer, Staaten sich anschließen müssten, startete der Demonstrationszug laut, aber überaus friedlich in Richtung Roter Turm. Die Parole: Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" wird im Sprechchor immer wieder mitgerufen. Ich bin ergriffen; möchte  "meinen Kindern und Enkeln" ergänzend hinzurufen. Aber es gibt in Jena längst "Untergruppen" wie z.B. die der Eltern, "Parents for future" oder der Wissenschaftler, die unter dem Motto "Scientists for future" unser aller  Forderungen laut und mit Fakten untersetzt unterstützen.

Der Zug bewegte sich langsam aber sicher durch die brütende Hitze

über den Steinweg, Camsdorfer Brücke, Karl- Liebknecht- Straße und bog dann in die Schenkstraße ein. Einige Eltern hatten ihre kleinen Kinder dabei. Diese durften heute mal mit Wasserpistolen so richtig um sich spritzen! Freude und Begeisterung kam ihnen von allen Seiten entgegen anstatt Frust und Schelte. Dennoch wurde das Gehen immer mühsamer. Vor dem Cafe"Schillerhof" war ein Rasten geplant; wobei einige der Demonstranten, die Glücklichen, einen Sitz-oder Schattenplatz fanden. Es sprach zu uns der Jenaer Mediziner Prof. Dr. Schleußner (Gynäkologe), der darauf aufmerksam machte, dass es gestern, am 25. Juli 2019, mit 38,8, Grad Celsius so heiss in Jena war wie noch nie. Anhand erschreckender Studienergebnisse, Zahlen von Hitzetoten, Tendenzen in der Jenaer Notaufnahme ab dem 5. Hitzetag infolge etc. machte er uns allen den Ernst der Situation deutlich. Anschließend wurden alle Willigen mit einem Wasserschlauch des "Schillerhofs" bespritzt und, da sich in kürzester Zeit eine lange Schlange Durstiger mit leeren Trinkgefäßen einfand, Trinkflaschen befüllt! Die Demo setzte sich dann in Richtung Camsdorfer Ufer und Griesbrücke fort. 18 Uhr wollte man bei "Bosse" auf dem Marktplatz sein.
Anders als bei politischen Demos, in denen vom Rand eingeworfene gegensätzliche Meinungen oft in Aggressionen münden, einte heute wieder einmal alle Demonstranten dasselbe Ziel: unsere Welt zu retten.
Bitte nicht lächeln, denn das ist keine Floskel; sondern ernst. Wir müssen es versuchen. Die Kraft des Volkes hat schon so viel geschafft, wie uns die Geschichte lehrt. Wollen wir nicht alle dasselbe? Auch Politiker und Konzernchefs sind Menschen mit Kindern oder Familien.
Zitat aus "Greenpeace/ magazin: "Nach Konstanz haben seit dem Frühjahr zahlreiche deutsche Kommunen und Gemeinden den Klimanotstand ausgerufen – eine Forderung der „Fridays for Future“-Bewegung. Nun muss sich zeigen, was das konkret für den Klimaschutz bedeutet."
Was es bedeutet, wenn eine Stadt den Klimanotstand ausruft
Es lohnt sich, für die Zukunft unserer Kinder und Enkel auf die Straße zu gehen!

Autor:

Astrid Lindner aus Jena

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