Greifvögel durch Mäusegift bedroht

„Auf Thüringens Äckern darf es keinen großflächigen Einsatz von Giftködern gegen
Mäuse geben“, verkündet der Naturschutzbund (NABU) Thüringen am Freitag
Nachmittag gegenüber der Presse. Die Naturschützer begrüßen damit die Ablehnung
des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gegenüber
eines Antrages des Thüringer Bauernverbandes auf eine Sondergenehmigung für
den großflächigen Einsatz von Giftködern.

Ein solcher Einsatz von Gift wäre eine große Gefahr vor allem für Greifvögel, Eulen
und andere Vogelarten. In Anbetracht der sehr erfolgreichen Brutsaison vieler
Mäusefresser wäre dies ein Desaster. Populationsschwankungen der Feldmaus, die
über mehrere Jahre steigende Bestände ausbildet und die dann in der Regel nach
vier oder fünf Jahren fast schlagartig zusammenbrechen, sind der normale Lauf der
Natur. Die Forderung sich hier mit Gift 'einmischen' zu dürfen, offenbart die
Unkenntnis der natürlichen Abläufe auf dem Feld und ist nicht tragbar. Laut NABU
war das letzte 'gute' Feldmausjahr 2007.

Aus Sicht des NABU sind zudem der Eintrag der Giftstoffe in das Grundwasser ein
Problem sowie die mögliche Anreicherung der chemischen Substanzen und deren
Abbauprodukte in der Nahrungskette des Menschen.

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