Der NABU Thüringen gibt Tipps zur Winterfütterung heimischer Vögel
Hanf für Spatzen und Knödel für Meisen

Die Vogelfütterung ist schon lange nicht mehr nur ein Hobby einer kleinen Gruppe von ausgewählten Vogelliebhabern. Längst ist das Anlocken der gefiederten Freunde zum Volkssport geworden und die Futterstelle bietet eine gute Gelegenheit, um Wildvögel aus nächster Nähe zu beobachten. Jetzt wenn es kälter und schneereicher wird und eventuell Nahrungsengpässe für unsere gefiederten Freunde entstehen, ist nichts dagegen einzuwenden unsere Vögel zu füttern. Laut des NABU Thüringen zeigen Untersuchungen, dass Vogelfütterung in Städten und Dörfern etwa 10 bis 15 Vogelarten zugutekommt. Dazu gehören Meisen, Finken, Rotkehlchen und diverse Drosseln.

Für jeden Vogel die richtige Kost
Unterschiedliche Vogelarten freuen sich auch über verschiedenes Futter. „Finken, Sperlinge und Ammern kommen mit harten Samen wie Sonnenblumenkernen, Hanf und mit Freiland-Futtermischungen klar“, erklärt Klaus Lieder, der Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie im NABU Thüringen. „Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Meise, Amsel und Zaunkönig stehen eher auf nicht so harte Kost wie Rosinen, Obst, Haferflocken, Kleie und Meisenknödel.“ Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. „Wer Meisenknödel und ähnliche Produkte kauft, sollte aber darauf achten, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind. Vögel können sich mit ihren Beinen darin verfangen und schwer verletzen“, rät der NABU-Vogelexperte. „Keinesfalls sollte man aber salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln anbieten. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt.“ Wer es vielen Vogelarten recht machen möchte, der bietet sowohl Weichfutter, Körnermischungen als auch Fettfutter an. Damit ist für fast alle Wintervögel ein brauchbares Futter vorhanden. Klaus Lieder selbst nutzt zum Beispiel kleingehackte Haselnüsse, Sonnenblumenkerne und Haferflocken und hängt zusätzlich noch Meisenknödel auf.

Welcher Futterspender sollte es sein?
Typischerweise füttert man im Winter von Anfang November bis Ende März. Bei Frost oder Schnee werden besonders viele Vögel das Angebot annehmen. „Auf der Suche nach dem richtigen Futterspender, raten wir sich für ein Futtersilo zu entscheiden. Das Futter ist dort weitestgehend vor Nässe, Witterungseinflüssen und Verunreinigung durch Vogelkot geschützt. Wer sich für ein offenes Vogelhäuschen entschließt, sollte dieses regelmäßig mit heißem Wasser reinigen. Damit das Futter nicht zu schnell verdirbt, ist es empfehlenswert täglich nur kleine Mengen Futter einzustreuen.“

Einen guten Platz suchen
Damit die Vögel keiner Katze zum Opfer fallen, empfiehlt der NABU die Futterstellen so zu platzieren, dass die Umgebung gut überblickt werden kann. Des Weiteren sollten die Futterspender einen Mindestabstand von etwa zwei Metern zur nächsten Glasscheibe haben oder die Fenster mit geeigneten Aufklebern oder Ähnlichem versehen werden.

Zu bedenken!
Die Vogelfütterung darf nicht mit effektivem Schutz bedrohter Vogelarten verwechselt werden, da von ihr fast ausschließlich wenig bedrohte Arten profitieren, die von der Natur so ausgestattet wurden, dass ihre Bestände auch durch kalte Winter nicht dauerhaft reduziert werden. Dazu gehören zum Beispiel Meisen, Finken, Rotkehlchen und diverse Drosseln. Wer Vögeln dauerhaft helfen möchte, der legt einen möglichst naturnahen Garten an. Bei entsprechender Anlage und Pflege ist der Garten eine reiche Futterquelle. Hecken und Gebüsche aus Sträuchern, wie zum Beispiel Weißdorn, Mehlbeere und Schwarzer Holunder bieten Singvögeln Nahrung, Unterschlupf und Schutz vor Räubern. Der NABU empfiehlt, das Füttern von Vögeln vor allem auch als Naturerlebnis zu genießen. Insbesondere Kinder sind regelrecht begeistert, wenn sich die verschiedensten Vogelarten an der Futterstelle einfinden.

Mitmachen
Am ersten Januarwochenende ruft der NABU zur Zählung „Stunde der Wintervögel“ auf. Eine Stunde sollen Bürgerinnen und Bürger die Vogelwelt im Garten, Park oder am Futterhaus beobachten und die Anzahl der Tiere dem NABU melden. Weitere Informationen zu dieser Aktion und zum Schutz unserer Vögel finden Sie unter: www.NABU-Thueringen.de

Autor:

Jürgen Ehrhardt aus Jena

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