Invasiv ohne Samen: Staudenknöterich

Staudenknöterich an der Jenaer Fernheizungsleitung im Paradies
  • Staudenknöterich an der Jenaer Fernheizungsleitung im Paradies
  • hochgeladen von Heidrun Jänchen

Die meisten invasiven Pflanzen starten ihre Karriere als Zierpflanze im Garten

Eine der problematischsten invasiven Arten nicht nur in Jena oder Deutschland ist der Japanische Staudenknöterich, mitunter auch der Sachalin-Staudenknöterich oder irgendein Bastard diverser Staudenknöteriche. Sie sind sich relativ ähnlich, und der normale Nichtbotaniker kann sie kaum auseinander halten. Da sie auch gleichermaßen invasiv sind, ist das nicht weiter schlimm. Man läuft nicht Gefahr, das Falsche auszureißen.
Eingeführt wurden die Knöteriche, weil sie so schön schnell wachsen und damit als Sichtschutz und Gestaltungselement für “wilde Gärten” geeignet waren. Allerdings trieben sie es für manchen Gärtner bald zu wild. Auch sonst gab es wirtschaftliche Ideen. In der Forstwirtschaft pflanzte man Fallopia Japonica an, um Rothirschen etwas zum Fressen und Fasanen Deckung anzubieten. Leider schmeckte es den Hirschen nicht, und die Fasane standen im Winter plötzlich ohne Sichtschutz da, weil der Staudenknöterich die Blätter abwirft.
Ausnahmsweise ist das Problem nicht die hohe Samenproduktion. Man ist sich nicht einmal sicher, ob es überhaupt männliche Fallopia Japonica in Deutschland gibt. Das Zeug vermehrt sich durch Ausläufer und treibt aus Wurzel- und Stengelteilen aus. Es bildet bis zu 2 Meter tiefe und mehrere Meter lange Rhizome aus, also Wurzelknollen. Weswegen es ein aussichtsloses Unterfangen ist, den Knöterich ausgraben zu wollen. Einer der wichtigsten Verbreitungswege ist die illegale und unsachgemäße Entsorgung von Gartenabfällen, die Knöterich-Schnitt oder Wurzelteile enthalten. Wo immer sie hinfallen, schlagen sie aus.
In Jena findet man den Staudenknöterich vor allem in der Saaleaue und an den Bahnschienen. Er wächst gern an Ufern und beeinträchtigt deren Stabilität. Wie man ihn loswird? Am besten im Monatsabstand mähen, bis die Energievorräte im Rhizom erschöpft sind. Mancherorts deckt man gemähte Stellen auch mit schwarzer Folie ab, damit neue Triebe kein Licht bekommen. Auf jeden Fall dauert es Jahre, etablierte Bestände zu beseitigen. Bis dahin kann man viel Spaß damit haben.

Autor:

Heidrun Jänchen aus Jena

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