Kommentar
Armut ist zu groß für das Kleingedruckte

Auf über 500 Seiten Sozialbericht geht es um die soziale Lage in Deutschland- und nicht einmal findet sich der Begriff "Armut". Die zentrale Botschaft der noch Bundesregierung lautet: Deutschland geht es gut wie nie. Die Statistik bescheinigt den Bürgen die höchsten Einkommen und die niedrigsten Arbeitslosenquoten in ganz Deutschland. Also alles gut in Deutschland, keine Spur von Armut?
Keineswegs. Vor allem - aber nicht nur- in Großstädten wie Nürnberg, München, Berlin oder Bonn muss man schon viele Augen zudrücken, um an Symptomen von Armut unbehelligt vorbeizukommen. In Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die es deutlich schwerer haben. Wann sie tatsächlich als "arm" gelten, ist statistisch gesehen eine Frage der Definition. Doch in der Debatte um Armut geht es eben um weit mehr als Statistik. Es geht um Menschen. Um deren Sorgen und Nöte. Doch im Sozialbericht kommen diese an einigen Stellen zu kurz oder wurden geschönt. Berechtigterweise kritisieren Gewerkschaften und Arbeitswohlfahrt in Bayern die kleinen Tricks, wie im Ministerium die - zweifelsohne überdurchschnittlich guten- Statistiken noch aufgebessert wurden. Dabei wäre es gerade in Zeiten, in denen sich offenbar immer mehr Menschen "abgehängt" fühlen, wichtig, ihnen Aufmerksamkeit zu widmen. Ihre Probleme nicht Kleinzureden, sondern sie zu lösen. Das erwarten Menschen von der Politik. Und das zu Recht.

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