Die Musik macht Mut - Instrumente für Flüchtlingsheime

Musikalischer Höhepunkt der Spendenübergabe war zweifelsfrei das gemeinsame Musizieren der Kirchenmusikerin Christa Schaa mit Heinz Ratz (li.) und Ingo Hassenstein von der Band „Strom & Wasser“. Obwohl sich die gewohnten Repertoires deutlich unterscheiden, fand man im Trio bei „Wenn alle Brünnlein fließen“ ganz schnell die richtigen Töne. Foto: Hausdörfer
  • Musikalischer Höhepunkt der Spendenübergabe war zweifelsfrei das gemeinsame Musizieren der Kirchenmusikerin Christa Schaa mit Heinz Ratz (li.) und Ingo Hassenstein von der Band „Strom & Wasser“. Obwohl sich die gewohnten Repertoires deutlich unterscheiden, fand man im Trio bei „Wenn alle Brünnlein fließen“ ganz schnell die richtigen Töne. Foto: Hausdörfer
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JENA. Eigentlich habe er Rebell werden wollen, weil ihm dann die ganzen jungen Dinger hinterherlaufen würden, sagte einmal Liedermacher Heinz Ratz. Doch der Mann auf dem Arbeitsamt habe ihm verklickert: Für sowas gibt es zur Zeit keinen Bedarf. Ein Rebell ist Ratz trotzdem geworden, obwohl er sich selbst gern als Radikal-Humanisten bezeichnet. In seinen Texten begehrt er auf gegen Missstände, wenn Menschen von Menschen missbraucht werden, und engagiert sich ganz praktisch zum Beispiel für Obdachlose und Flüchtlinge. Er ist mit seiner Band "Strom & Wasser" derzeit auch mit dem Projekt "Refugees" gemeinsam mit Flüchtlingen auf Tour und sammelt Musikinstrumente-Spenden, die er dann in Flüchtlingsheimen, von denen er selbst schon 80 besucht hat, verteilen wird.

Mitarbeiter der Bürgerstiftung Jena lernten den charismatischen Sänger und Gitarristen beim Folk-Festival in Rudolstadt kennen, fanden sein Projekt gut und starteten einen Aufruf in den Medien, nicht mehr gebrauchte Musikinstrumente für diesen Zweck zu spenden. Insgesamt kamen 25 Instrumente zusammen - von vielen Gitarren, Akkordeons, einer Mandoline und Mundharmonikas bis zur Bassblockflöte und Zither.

Am Sonntag machten Heinz Ratz und sein Musikerkollege Ingo Hassenstein auf der Durchreise von einem Konzert in Dresden nach Mainz Station in Jena, um die Instrumente abzuholen. Dabei anwesend waren auch Spender der Instrumente wie Marianne Gaudig, die eine Zither beisteuerte, und Christa Schaa, die in der Kirchgemeinde Jena-Nord selbst Flöte spielt und eine große Bassblockflöte aus ihrem Bestand spendete.

„Es ist ganz einfach nicht anständig, wie man in Flüchtlingsheimen mit den Menschen umgeht“, beklagte Heinz Ratz. Die Musik sei eine Möglichkeit, gemeinsam wieder Mut zu fassen. Die gespendeten Instrumente sollen dabei helfen.

Am 5. Mai 2013 kommen Heinz Ratz und seine Musiker nach Jena ins Kassablanca. Instrumentenspenden sind dann erneut sehr willkommen.

Autor:

Bernd Hausdörfer aus Jena

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