Interview mit Stephan Tiesler (CDU)
Ich stehe für Sach- und Fachkenntnis, offene Dialoge und nicht für Populismus

Stephan Tiesler und René Casta
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Stephan Tiesler tritt als Kandidat für den Wahlkreis 35 im Saale-Holzland-Kreis an. Außerdem ist Tiesler Bürgermeister von Hummelshain und 3. Beigeordneter des Landrates im SHK.


René Casta: Heute ist die Landtagswahl. Wie möchtest Du die Bürgerinnen und Bürger überzeugen, Dich zu wählen?

Stephan Tiesler: Als Direktkandidat steht man als direkter Ansprechpartner den Menschen vor Ort zur Verfügung. Man kommt persönlich in die Gemeinden, in die Unternehmen und Vereine, ist für die Belange der Menschen da und bildet das Sprachrohr nach Erfurt. Das ist mein Verständnis, wofür ich stehe, was ich lebe und wie ich die Bürger für mich gewinnen möchte. Ich stehe für Sach- und Fachkenntnis, offene Dialoge und nicht für Populismus. Ich habe seit vielen Jahren mein Können erfolgreich unter Beweis gestellt. Als Bürgermeister komme ich seit vielen Jahren mit den Menschen und ihren Anliegen in Kontakt und muss mich um Lösungen kümmern. Hierbei habe ich mir im Laufe der Zeit auch ein großes Wissen über die kommunalen Strukturen und Zusammenhänge angeeignet, welches ich nun für unsere Heimat im Landtag einsetzen möchte.

René Casta: Wolfgang Fiedler hinterlässt in Deinem Wahlkreis große Fußstapfen. Wie möchtest Du, gehen wir von Deiner Wahl aus, die ausfüllen?

Stephan Tiesler: Es wird nicht so einfach, die Fußabdrücke von Wolfgang auszufüllen, welche er nach rund 30 Jahren hinterlässt. Wir haben aber eine gemeinsame Grundeinstellung. Mir sind die Menschen vor Ort genauso wichtig. Ich sehe mich ebenso als den Kümmerer an. Ich möchte mich mit meinem Wissen und Engagement für alle 51 Gemeinden mit ihren 85 Ortsteilen sowie die zahllosen Unternehmen, Vereine und Verbände im südlichen Saale-Holzland-Kreis aktiv einsetzen und kümmern.
Wolfgang hat viel geleistet. Es gibt aber immer auch Dinge, die man anders oder besser machen kann. Als Diplom-Wirtschaftsinformatiker bin ich zum Beispiel sehr gut mit unseren neuen Medien vertraut und würde hier neue Wege gehen, um mit den Menschen im Wahlkreis noch besser in den Kontakt treten zu können.

René Casta: Stephan, welche Ämter und Ehrenämter hast Du inne und wie lange begleitest Du diese schon?

Stephan Tiesler: Wie schon erwähnt bin ich jetzt im 10 Amtsjahr als Bürgermeister der Gemeinde Hummelshain tätig. Eine Arbeit die mir von Anbeginn viel Spaß gemacht und mich zu weiteren Aufgaben gebracht hat.
Vor 5 Jahren bin ich in unserem Kreistag eingezogen und wurde in diesem Jahr von den Kreistagsabgeordneten zum 3. Beigeordneten unseres Landrates gewählt.
Für mich und mein Rechtsempfinden sehr interessant, sitze ich seit 2014 ehrenamtlich als Schöffe im Amtsgericht Jena.
Im Jahre 2010 bin ich in die Freiwillige Feuerwehr Hummelshain eingetreten und habe dort alle Ausbildungen bis hin zum Atemschutzgeräteträger absolviert.
Aber auch in unseren Vereinen bin ich recht aktiv unterwegs. Im Jahre 2009 habe ich zum Beispiel den Vorsitz des Jugend- und Sportvereins in Hummelshain übernommen.
Ich organisiere als Hauptorganisator und mit Unterstützung vieler weiterer Helfer seit 2011 das Fest des Waldes und der Jagd.

René Casta: Kommt für Dich als möglicher Abgeordneter eine Koalition mit CDU, SPD FDP und Grünen in Frage?

Stephan Tiesler: Die Koalitionsfrage ist wohl gerade bei der bevorstehenden Wahl eine der spannendsten. Die aktuell prognostizierten Mehrheitsverhältnisse werden uns zu neuen Bündnissen umdenken lassen. Momentan wird diesbezüglich viel spekuliert und gerechnet. Als ein Vertreter der bürgerlichen Mitte könnte ich mir eine Koalition aus CDU, SPD und FDP gut vorstellen. Die Grünen sehe ich mit Ihren aktuellen Forderungen, welche sich nur schwer mit unserem ländlichen Raum und unserer heimischen Landwirtschaft in Einklang bringen lassen, als Koalitionspartner eher kritisch.

René Casta: Was sagst Du zur aktuellen Klimahysterie und wie findest Du den aktuellen Vorschlag von Bündnis 90/ Die Grünen die Ölheizung sofort abzuschaffen?

Stephan Tiesler: Ich selbst bin ein sehr naturverbundener Mensch. Als Jäger und Angelscheininhaber verbringe ich jede freie Minute im Grünen. Müllvermeidung und -trennung wird bei uns zuhause großgeschrieben und auch sonst versuche ich meinen biologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Aber das, was aktuell vermeintlich im Namen des Klimas passiert, finde ich in der Art und Weise nicht angemessen.
Die Problematik eines sich veränderten Klimas und einer damit einhergehenden Erderwärmung ist auf alle Fälle zu einem Teil auch durch den menschlichen Lebenswandel beeinflusst. Das ist Fakt. Hier sprechen wir aber von unserem Weltklima und in diesem Rahmen muss man auch gemeinsam nach Lösungen suchen. Eine sofortige Abschaffung von Ölheizungen, um es kurz und knapp zu beantworten, ist in unserem ländlich geprägten Raum eine vollkommen unpraktikable Forderung.

René Casta: Welche Akzente möchtest Du im Thüringer Landtag setzen?

Stephan Tiesler: Ich möchte mich vor allem mit meiner Fach- und Sachkompetenz sowie meinen langjährigen Erfahrungen als Kommunalpolitiker im Landtag einbringen. Ewige parteipolitische Spielereien auf Landesebene bringen uns im ländlichen Raum nicht vorwärts. Ich stehe für eine sachorientierte Politik im Namen aller Bürgerinnen und Bürger.

René Casta: Welche Veränderungen im ländlichen Raum strebst Du als möglicher Landtagsabgeordneter an?

Stephan Tiesler: Da gibt es einige Dinge, die unbedingt angegangen werden müssen.
Allen voran steht für mich aber ganz klar eine bessere finanzielle Ausstattung unserer ländlichen Kommunen. Und dabei meine ich nicht nur unsere Dörfer. Auch unsere kleinen Städte sowie die Landkreise werden trotz steigender Steuereinnahmen im Land nicht fach- und sachgerecht ausfinanziert. Ein Einwohner auf einem Dorf darf nicht weniger wert sein, als in Erfurt oder Jena.
Über diese angemessene Ausfinanzierung können die Gemeinden dann nicht nur ihren Pflichtaufgaben wie beispielsweise die Unterhaltung von Feuerwehren, Schulen, Kindergärten und dem notwendigen Straßenausbau gerecht werden, sondern sich auch um freiwillige Aufgaben wie die Unterstützung von Vereinen kümmern. Ein Umdenken und dringenden Handlungsbedarf sehe ich weiterhin in Sachen Breitbandversorgung, Handyempfang, dem öffentlichen Nahverkehr sowie der Präsenz von Verwaltungen und öffentlichen Einrichtungen vor Ort.

Autor:

René Casta aus Jena

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