Provinzbahnhof Jena ab 2017 - Bündnis „Fernverkehr für Jena“ untermauert Alternativen mit Studie

Beweisen es mit Studie schwarz auf weiß - Jena müsste und darf nicht abgekoppelt werden: Wolfgang Meyer (2. v. li.) und Dirk Bräuer (2. v. re.), unterstützt von Dr. Klaus Bartholmé (li.) sowie Olaf Behr, Pro Bahn Thüringen (re.). Foto: Seifert
  • Beweisen es mit Studie schwarz auf weiß - Jena müsste und darf nicht abgekoppelt werden: Wolfgang Meyer (2. v. li.) und Dirk Bräuer (2. v. re.), unterstützt von Dr. Klaus Bartholmé (li.) sowie Olaf Behr, Pro Bahn Thüringen (re.). Foto: Seifert
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Die Bahn kommt, allerdings ab 2017 als ICE-Fernverkehr nur noch über den neuen Verkehrsknoten Erfurt. „Mit der Fertigstellung der Neubaustrecke Leipzig/Halle-Erfurt-Ebensfeld droht ab 2017 die komplette Verlagerung der ICE-Linie 28 auf diese Neubaustrecke“, erläutert Wolfgang Meyer, Sprecher des Bündnisses „Fernverkehr für Jena“ die dann vollständige Abkoppelung Jenas vom Fernverkehr der Deutschen Bahn und damit einhergehend auch von der bisher über Jena verlaufenden ICE-Trasse Hamburg-Berlin-Nürnberg-München. Anstelle des ICE würden nach jetzigen bekannten Verkehrskonzepten nur noch Regionalzüge, die in der Verantwortung der Bundesländer liegen, im Jenaer Paradies halten.

Der bisher „gefühlte“ Nachteil nicht nur für Jena, sondern für gesamt Ostthüringen und Weimar beweist eine vom Bündnis beauftragte Studie des renommierten Dresdner iRFP - Institut für Regional- und Fernverkehrsplanung. Diese wurde in der vergangenen Woche zeitgleich in Jena an Thüringens Verkehrsminister Christian Carius und in Berlin durch Jenas Alt-OB, Dr. Peter Röhlinger, an Bahnchef Rüdiger Grube überreicht.

Dirk Bräuer, Autor der Studie, belegt die Verschlechterung unter anderem mit vermehrten Umsteige-Stopps und drastisch verlängerten Reisezeiten. Die Fahrtzeit nach Leipzig verlängere sich um die Hälfte auf 90 Minuten. Um zum neuen ICE-Halt Erfurt zu gelangen, müsse man eine zusätzliche Dreiviertelstunde einplanen. „Fahrzeit ist auch Arbeits- und Forschungszeit. Mit langsameren Zügen, die noch dazu mit weniger Komfort nicht die nötige Ruhe zum Arbeiten bieten, verliert das Bahnreisen von und nach Jena an Attraktivität. Unser Wissenschaftsstandort Jena benötigt jedoch genau diese komfortable Erreichbarkeit. Internationale Forscherkollegen ebenso, wie Studierende messen mit diesem Maßstab“, weiß Dr. Klaus Bartholmé, Kanzler der Friedrich-Schiller-Universität Jena und stellvertretender Sprecher des Bündnisses.

Die Wirkung lässt sich auf den Wirtschaftsstandort Jena ausweiten. Und so wundert es nicht, dass bereits über 60 namhafte Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und seit Kurzem vermehrt auch aus der Regionalpolitik dem Bündnis beigetreten sind. Eine Allianz, die vonseiten der Landesregierung, der Deutschen Bahn und Bundespolitik nicht länger ignoriert werden kann.

Und so fordern sie mit dem Alternativkonzept aus der Studie eine Fernverkehrslinie Leipzig-Jena-Nürnberg, mindestens im 2-Stunden-Takt, in Leipzig mit der Berlin-Verbindung verknüpft und mit Intercity-Niveau bei Reisezeit und Reisekomfort. In der Ausschreibung Regionalbahnverkehr, die derzeit vom Freistaat ausgearbeitet wird, solle eine Regionalverkehrslinie zwischen Jena und Halle aufgenommen werden und bei der Regionallinie nach Leipzig dürfe die Reisezeit maximal 65 Minuten betragen.

Was in der vergangenen Woche auf dem Treffen des Bündnisses als Signal gegeben wurde, die Akteure werden sachlich und nachdrücklich für die Umsetzung der durchaus realistischen Forderungen kämpfen, damit der Leuchtturm Jena ab 2017 nicht in der „Bahn-Provinz“ stehen muss.
(Text: Karsten Seifert)

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Lokalredaktion Jena aus Jena

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