Vorschläge für den Jenaer „Preis für Zivilcourage“ gefragt

Alere-Geschäftsführer Eugen Ermantraut (li.) sowie Nico Preliorz und Janine Patz von KoKont wünschen sich viele Vorschläge für den Zivilcourage-Preis.  Foto: Hausdörfer
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JENA. Zivilcourage zu zeigen ist nicht immer leicht, besonders in brenzligen Situationen. Der jährlich vergebene Jenaer „Preis für Zivilcourage“ ehrt Menschen, die sich durch eben solch zivilcouragiertes Verhalten ausgezeichnet haben. „Etwas eigentlich Selbstverständliches tun, was für viele nicht selbstverständlich ist“, so definiert Jenas OB Dr. Albrecht Schröter, einer der Mitinitiatoren des Preises, für sich den Begriff Zivilcourage, die er bei seinem heutigen Einsatz gegen Neonazidemos und als Pfarrer in der Wendezeit schon oft selbst gezeigt hat.
Im Jahr 2013 wird die Auszeichnung nun zum zwölften Mal vergeben. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro wird traditionell von Jenaer Firmen gespendet, der neue Sponsor ist diesmal die Alere Technologies GmbH mit Sitz im Jenaer Saalepark. Alere-Geschäftsführer Eugen Ermantraut erklärt die Motivation seines Unternehmens: „Wir möchten als Stifter des Preises deutlich machen, dass wir konkretes Handeln gegen Ausgrenzung, Herabsetzung, Diffamierung oder Bedrohung von Menschen wertschätzen und unterstützen. Jedes Einstehen und Einsetzen für einen respektvollen Umgang miteinander ist ein Signal gegen Gleichgültigkeit und Beispiel für die Achtung der Menschenwürde. Dazu ist keine formale Ausbildung, wohl aber Mut erforderlich.“ Und mit einem verschmitzten Seitenblick auf den OB schließt er auch das „Opponieren gegen Behörden“ dabei ausdrücklich nicht aus.

Das Unternehmen Alere wurde 1998 in Jena mit neun Mitarbeitern gegründet, heute sind es über 300, zur Hälfte in Forschung und Entwicklung tätig. Entwickelt und hergestellt werden hier neuartige diagnostische Testsysteme und Medizinprodukte mit Spezialisierung auf die HIV-Diagnostik. Alere-Geräte stehen mittlerweile in 70 Ländern, viele davon in Afrika.

Die Koordinierungs- und Kontaktstelle KoKont ruft die Jenaer Bürger auf, ab sofort Vorschläge für den oder die Preisträger abzugeben. Dabei sind besonders Empfehlungen zu Einzelpersonen willkommen, die im Jahr 2012 couragiertes Verhalten zeigten und gegen Ungerechtigkeiten vorgingen. „Das kann in ganz alltäglichen Situationen sein, im Bus, in der Bahn oder sonst wo“, meint KoKont-Mitarbeiterin Janine Patz.

Die Vorschläge können bis zum 30 April 2013 bei KoKont eingereicht werden. Eine siebenköpfige Jury, bestehend aus Personen des öffentlichen Lebens und dem Stifter, entscheidet über den Preisträger. Die Auszeichnung erfolgt am 21. Juni 2013 im Jenaer Rathaus.

Kontakt und Infos:
KoKont, Löbergraben 25a, 07743 Jena
Mail: kokont@t-online.de
www.kokont-jena.de

Autor:

Bernd Hausdörfer aus Jena

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