DSL, Kabel & Glasfaser
Breitband Internet: 4 Technologien im Vergleich

Oft beschweren sich Internetnutzer über einen langsamen Internetanschluss. Woran liegt es häufig? Welche Technologien gibt es überhaupt und ist jede überall einsetzbar? Es gibt grundsätzlich drei unterschiedliche Wege einen stationären Breitband-Internetanschluss zu erhalten. Daher sollen in dem Artikel die wichtigsten Technologien und Bestandteile vorgestellt werden. Außerdem wird auf die Voraussetzungen eingegangen und die maximalen Übertragungsraten im Jahr 2019.

DSL als klassische Lösung

Klassisch ist seit der ersten Einführung der Internetanschlüsse durch die Deutsche Telekom im Jahr 1999 der Internetzugang über DSL. Während das DSL-Breitbandinternet vorangig in großen Städten wie Berlin, Köln, Bonn, Hamburg, Frankfurt am Main und München vorhanden war, kann heute nahezu jede kleine Gemeinde mit DSL oder VDSL versorgt werden.

Wie schnell sind die Internetgeschwindigkeiten bei DSL?

  • DSL in der klassischen Variante ist bis zu 16 Mbit/s schnell.
  • VDSL erreicht bis zu 100 Mbit/s.
  • VDSL mit SuperVectoring wird in immer mehr Gebieten aufgerüstet. Damit lassen sich Daten mit bis zu 250 Mbit/s übertragen.

Hinweis: Eine Internetgeschwindigkeit von 100 Mbit/s reicht laut Konstantin Matern vom DSL-Portal DSLregional.de für Familien und Normal-Nutzer völlig aus. Lediglich Unternehmen und Power-User brauchen einen Anschluss mit mindestens 200 Mbit/s.

Welche Kabel und Geräte werden bei DSL verwendet?

Beim DSL-Anschluss ist ein Router mit DSL-Modem erforderlich. Bei der Einrichtung verbinden Nutzer den Router (heutzutage meist ein WLAN-Router mit integriertem Modem) mit dem TAE-Anschluss (1. Telefon-Anschlussdose). 

DSL-Anschlüsse sind vom Haushalte bis zum Verteiler typischerweise per Kupferkabel angebunden. Verteiler und Vermittlungsstelle sind auf Seiten des Providers (Deutsche Telekom) sind per Glasfaser verbunden.

Kabel-Internet als schnellere Alternative

In Deutschland sind mehrere Kabelanbieter aktiv. Zu den größten Kabelnetzbetreibern gehören Vodafone (ehemals Kabel Deutschland), PYUR und Unitymedia. Sie betreiben ein KOAX-Glasfasernetz. Wer Kabel-Internet in seinem Heim nutzen möchte, muss durch einen der Kabelnetzbetreiber angebunden sein. Je nach Gemeinde ist die Verfügbarkeit hier allerdings sehr unterschiedlich.

Wie schnell ist Kabel-Internet?

Kabelanbieter greifen nicht auf zweiadrige Kupferleitungen zurück und haben daher nicht die Probleme bei zunehmender Leitungslänge. Haushalte können daher mit höheren Internetgeschwindigkeiten angebunden werden.

  • Je nach Anbieter sind das bis zu 400 oder 500 Mbit/s.
  • Teils werden Haushalte in Großstädten bereits mit 1.000 MBit/s versorgt.

Welche Kabel und Geräte sind erforderlich?

Wie auch beim DSL-Anschluss ist beim Kabel-Internetanschluss ein Router erforderlich. Der Router muss allerdings ein Kabelmodem enthalten. Auf der Rückseite befindet sich ein COAX-Port zur Anschluss eines TV-Kabels (Koaxialkabel).

Glasfaser für die Zukunft

Glasfaser ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Auch wenn die Breitbandverfügbarkeit via Glasfaser noch unter 10 Prozent liegt, werden immer mehr Gemeinden per Fiber (Glasfaser) ausgebaut. Oft sind hier regionale Anbieter, die Deutsche Telekom oder Stadtwerke in Ausbaumaßnahmen involviert.

Technischer Hintergrund: Lichtwellenleiter in Glasfaserkabeln tragen Informationen in Form von Licht. In den dünnen Glasfasern werden mittels kurzer Laserlichtimpulse Daten übertragen. Dadurch können derart hohe Geschwindigkeiten erzielt werden.

Folgendes Video zeigt die Funktionsweise von Glasfaserkabeln:

Grundsätzlich wird zwischen FTTB (Fiber to the building) und FTTH (Fiber to the Home) unterschieden. Während bei FTTB das Gebäude per Glasfaser angebunden ist und der Rest im Gebäude auch per Kupfer verkabelt sein kann, ist bei FTTH die Glasfaserleitung bis in die Wohnung verlegt.

Wie schnell ist Glasfaser-Internet?

Per Glasfaser hergestellte Internetanschlüsse erzielen die schnellste Übertragungsrate. Damit lassen sich größte Datenmengen in schnellem Tempo herunterladen. Filme in HD laufen garantiert ruckelfrei ab.

  • Die maximale Internetgeschwindigkeit von Glasfaser liegt derzeit bei 1 Mbit/s.
  • Glasfaser ist zukunftsfähig - teils bieten regionale Glasfaseranbieter für Unternehmen bereits jetzt 10 Gbit/s an.
  • FTTH-Anschlüsse starten meist ab 100 Mbit/s.

Welche Geräte und Kabel sind für Glasfaser-Internet erforderlich?

Für den Glasfaseranschluss ist ein spezieller Glasfaser-Router erforderlich. Das Modem muss die entsprechenden Geschwindigkeiten des Anschlusses unterstützen. Die Inhouse-Verkabelung erfolgt nicht per Glasfaser, sondern per Ethernet (LAN)-Kabel.

Welche Anbieter für Glasfaser gibt es in Jena?

j-fiber ist als führender Glasfaseranbieter in Jena aktiv. Das Unternehmen fertigt seit vielen Jahren (30-jährige Unternehmensgeschichte ist hier nachzulesen) optischer Glasfasertechnologien. Es stellt als großer Kabelhersteller weltweit Hochleistungs-Multimode Fasern für die Anwendung in LAN und Rechenzentren bereit.

Kein Internet: Das können Privathaushalte tun

Was wenn weder Glasfaser, noch Kabel-Internet möglich sind und die maximale Datenübertragungsrate via DSL zu niedrig ist? In Deutschland gelten Gegenden mit Internetzugängen mit einer maximalen Übertragungsrate von weniger als 30 Mbit/s als sogenannter "weißer Fleck". In dem Fall sollten sich Haushalte an die Gemeinde wenden, um zu schauen, ob ein Breitbandausbau ansteht.

Es stehen keine Ausbaumaßnahmen an? Dann ist LTE (Long-Term-Evolution) die Alternative auf die zu setzen ist. Die Datenübertragung erfolgt dabei über das Mobilfunknetz. Entsprechende Tarife sind bei den großen Anbietern auch für Zuhause erhältlich. Die bekannten Provider führen solche Angebote unter der Bezeichnung "Homespot". Hier erhalten Kunden einen LTE-Router mit einer speziellen SIM-Karte. Der LTE-Router stellt Zuhause ein WLAN bereit, so dass mehrere Nutzer gleichzeitig im Internet surfen können.

Der Nachteil einer solchen Lösung ist das begrenzte Datenvolumen. Das liegt meist bei 50 oder 100 GigaByte. Ist dieses aufgebraucht, wird die Internetgeschwindigkeit bis zum Ende des Monats gedrosselt. Gegen eine Zahlung lässt sich Datenvolumen aufstocken.

Bildquelle: Pixabay.com / Bru-nO

Autor:

Konstantin Matern aus Jena

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