Hohe Auszeichnung für Jenaer Unisport
Neue Maßstäbe für den Studentensport gesetzt

Im Zeitalter der digitalen Fotografie werden bei allen wichtigen Ereignissen oft hunderte von Fotos „geschossen“, wovon aber oft nur wenige in Archiven landen. Das trifft auch für das Archiv des USV Jena zu, wo seit Jahren lediglich die Organisatoren des Jenaer Kernberglaufs und die USV-Seniorenwandergruppe Fotos deponieren. So ist es nicht verwunderlich, wenn von „auswärtigen“ Veranstaltungen mit USV-Beteiligung wenig Material zur Verfügung steht.
Eine Anfrage des „Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes“ (adh), dem Dachverband aller Hochschulen in Deutschland, nach einem Foto von einer Auszeichnungsveranstaltung, bei dem die Uni Jena als Hochschule des Jahres ausgezeichnet wurde, förderte daher auch kein Foto in Jena ans Tageslicht. In einer Presseinformation von damals kann man lesen: „Der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) hat auf seiner Mitgliedervollversammlung am 22. November 2000 in Zinnowitz die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Fachhochschule Mittweida zu den Hochschulen des Jahres erklärt. Diese Auszeichnung wird für besonders herausragende Leistungen bei der Entwicklung des Hochschulsports unter den 150 Mitgliedshochschulen im jeweiligen Jahr vergeben. Die Jenaer Universität wurde ausgezeichnet für die hervorragende Organisation der Cross-Weltmeisterschaft der Studierenden im März. Dieses sportliche Großereignis, welches in Thüringen von der internationalen Wertigkeit im Jahre 2000 an erster Stelle stand, setzte völlig neue Maßstäbe für den internationalen Studentensport. Sowohl die Zahl der Teilnehmer, der Ablauf der Wettkämpfe als auch die Wertigkeit der Ergebnisse wurde in dieser Form bisher noch nie bei Cross-Weltmeisterschaften der Studierenden erreicht.“ Der Leiter damalige des Jenaer Hochschulsports konstatierte, dass: „…diese Auszeichnung als Anerkennung für das großartige Engagement der vielen Haupt- und Ehrenamtlichen (sieht), die in Zusammenarbeit mit dem Universitätssportverein (USV) und dem Thüringer Leichtathletik Verband diesen Erfolg erst ermöglichten.“
Bei der Suche nach weiteren hohen Sportauszeichnungen für den Jenaer Unisport muss man eine Weile suchen. Die älteste staatliche Auszeichnung, die für sportliche Leistungen an die Uni vergeben wurde, war die „Staatsmedaille für hervorragende sportliche Leistungen und Verdienste um die Leibesübungen in Thüringen“ die 1926 die Akademische Turnerschaft „Salia Jenensis“ erhielt. Neben der „Gothania“ war die „Salia“ die aktivste und erfolgreichste Studentenverbindung bis in die 1930er Jahre. Als schlagende Verbindung gehörte sie damals dem national gesinnten Vertreter-Convent (VC) an.
Die nächste Notiz über eine Auszeichnung für den Unisport findet sich dann nach dem II. Weltkrieg. Im Oktober 1949 bekam die Hochschulsportgemeinschaft (HSG, heute USV) eine Ehrenurkunde für ihre guten Leistungen im „Max-Reimann-Aufgebot“. Genauere Hintergründe dazu sind nicht bekannt. Da die HSG aber erst im April 1949 gegründet wurde, galt diese Auszeichnung wohl vor allem dem Aufbau der Strukturen und der Mitgliedergewinnung. Die HSG hatte innerhalb kürzester Zeit über tausend Mitglieder aufnehmen können und sich auch sportpolitisch in Jena stark engagiert.
In der Lokalpresse erfährt man dann 1980, dass die HSG zum zehnten Mal die Ehrenurkunde des DTSB bekommen habe, d. h. spätestens seit 1970 gehörte sie damit zu den aktivsten Sportgemeinschaften im Bezirk Gera. Für den Erhalt der Ehrenurkunde war ein vorderer Platz in einem jährlich ausgetragenen Wettbewerb nötig. In die Wertung gingen neben der Mitgliedergewinnung, der Zahl der abgelegten Sportabzeichen auch die Organisation von sportpolitischen Veranstaltungen ein. Die HSG, deren Mitgliederzahl 1980 fast die 2000 Grenze erreichte, galt als Musterbeispiel der Durchführung von „Olympiaseminaren“, die gemeinsam mit Lehrkräften der Sportwissenschaft der Uni entwickelt und regelmäßig vor Olympischen Spielen organisiert wurden.
Nach der Neustrukturierung des Sports im Freistaat Thüringen 1990, wurde der Universitätssportverein (USV) als Rechtsnachfolger der HSG im November 1993 vom Landessportbund für sein Engagement bei der Entwicklung des Sports in Thüringen mit der Verdienstplakette ausgezeichnet. Seitdem ist es dann eher still um den USV geworden, bis 2000 die Auszeichnung des „adh“ folgte. In jüngster Zeit bekam der Unisport gleich drei Mal einen „Stern des Sports“. Die Volksbanken Raiffeisenbanken vergeben die Auszeichnung „Sterne des Sports“ zusammen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) an Sportvereine, die sich in besonderem Maße gesellschaftlich engagieren. Der USV bekam die Sterne in allen drei Stufen für seine „Initiative Welcome Unisport“, die sich für die Integration von Geflüchteten in, mit und durch den Sport einsetzt, kann man auf der USV-Homepage lesen.
Im Moment fehlt noch die Sportplakette des Bundespräsidenten, die es für Vereine mit einer mindestens 100jährigen Geschichte gibt, um deren Vergabe an den USV sich die ehemalige Vorsitzende des Stadtsportbundes kümmern wollte. Als Fußnote muss hier noch angefügt werden, dass sich der USV als Mitglied des Rennsteiglaufvereins auch mit dem „UNESCO-Preis für Leibeserziehung und Breitensport“ schmücken kann, den der Rennsteiglauf 1990 in Ottawa überreicht bekam.

Dr. H. Kremer

Bildunterschrift. Fotonachweis Andrea Altmann: Da es kein Foto von der Preisverleihung als Hochschule des Jahres 2000 gab, fotografierte die jetzige Chefin des Hochschulsports kürzlich die damals hauptamtlichen Hochschulsportlehrer: v. r. Manfred Rosemann, Betina Justus, Wilhelm Tell und Hans-Georg Kremer mit dem Preis.

Thüringische Landeszeitung vom 31. Oktober Nr. 610

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