Thüringer Landespokal: Erfurt zittert sich ins Finale, 6:5 nach Elfmeterschießen - ein Kommentar

Irgendwie unfassbar. So richtig bekommt die Truppe das Kriegsbeil für diesen Wettbewerb nicht unter die Erde! Oder ist es der Kriegsfuß, auf dem man mit den Amatuerfußballern steht, und könnte man da nicht mal das Standbein wechseln?

In der Spielklasse ihrer zweiten Mannschaft kickt der FC Einheit Rudolstadt, nicht einmal dort ist er ein Aufstiegskandidat, sondern gerade im oberen Drittel der Tabelle zu finden. Die Spieler sind Amateure, sollten nach 120 Minuten im Grunde völlig platt sein. Schon rein körperlich, wenn sie mit Drittliga-Profis über die verlängerte Distanz gehen. Nichts dergleichen. Die Ostthüringer boxten sich bis ins Elfmeterschießen, trafen schnell gegen Erfurt. Wie schon beim letzten Mal.

Erfurts Keeper Eric Domaschke, der im Pokal anstelle von Philpp Klewin spielte, heißt der einzige echte Sieger des Abends: Er verhinderte den Rückstand in der Nachspielzeit, er hielt zwei Elfmerter und nach Patzer Benamar die Rot-Weißen im Rennen. Nicht auszudenken, wenn er einen schlechteren Tag erwischt hätte. Erfurts Sturm konnte gegen den 5-Ligisten schon wieder nicht treffen. Trotz einer Schonung im letzten Ligaspiel! Oder gerade deswegen?

Abwehrspieler Jens Möckel wurde in diesem Jahr noch rechtzeitig fit, um für Erfurt nicht nur im Abstiegskampf wichtige Tore zu erzielen, sondern auch im Pokal den Retter zu geben. Warum Erfurt in der zweiten Hälte den Deckel nicht zumachen konnte, bleibt wohl ihr eigenes Geheimnis.

Wieder einmal nicht rentiert hat sich die Pause der Stammkräfte. Ich halte davon nichts, die Jungs aus ihrem dem Spielrhythmus zu nehmen. Wie zuvor sich bereits bei Nordhausen gegen Jena im anderen Halbfinale gezeigt hat, gibt es keinen sichtbaren Effekt.

Dass Kammlott eine Doppelbewachung hatte, damit hat man rechnen müssen. Freiräume für andere sollte diese Situation ergebe`n, aber wo? Hat man auswärts gegen Kiel noch 3:0 gewonnen, war von dieser Spielfreude und der Energie in diesem Spiel nichts zu sehen.

Und wie gehts weiter? Die ausgiebige Vorbereitung in Bad Blankenburg hat nichts bewirkt, der Oberligist musste sich nur knapp ergeben. Jetzt wartet der FCC, der RWE zuletzt schon einmal im heimischen Stadion im Paradies gedemütigt hat. Die peinliche 5:1-Nummer vom letzten Mal gilt es zu verhindern.

Doch wie? Mit einem solch kraftlosen Auftritt kann man in Jena nicht bestehen. Männer mit Mut und Herz werden gesucht, welche die aus der Distanz abfeuern können, die Zweikämpfe gewinnen, sich nicht verstecken und nicht in die Defensive drücken lassen. Die zeigen, wer Chef im Ring ist. Wenn dass schon gegen Rudolstadt nicht klappt ...?

Fußball spielen können die Jungs, das muss ihnen bis zum Landespokal einer mehr beibringen. Jetzt geht es nur noch um Nervenstärke. Auch beim Elfmeterschießen. Und um einen Matchplan, denn das Spiel gegen die EInheit wirkte ideenlos. 10 Tage sind noch Zeit, für Rot-Weiß.

Autor:

Axel Heyder aus Erfurt

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