Historische Führung am Walpersberg/ REIMAHG

Führung am Walpersberg zur Geschichte der REIMAHG (Bild: GFV Walpersberg e.V.)
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Am 21. Mai 2016 startet die nächste Führung für Interessenten.
Start ist um 9:00 Uhr im ehemaligen Militärgelände an der Südseite des Walpersberges in Großeutersdorf (ist am Veranstaltungstag ausgeschildert).
Dazwischen liegen etwa 4 bis 5 Stunden Informationen und etwa 7 Km Wegstrecke.
Fachkundige Vereinsmitglieder zeigen Ihnen die überirdischen Reste des Rüstungswerkes REIMAHG. Eine Führung durch das Stollensystem ist derzeit nicht möglich.

Die weitere Tour verläuft über Waldwege, daher bittet der Verein sich dementsprechend zu kleiden und an "geländegängiges" Schuhwerk zu denken. Die Führung endet am Ausgangspunkt gegen 13:30 Uhr. Im Anschluss ist die Besichtigung des Dokumentationszentrums in Großeutersdorf möglich.

Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten: buero@reimahg.de oder telefonisch unter (03 64 24) 78 46 16.

Hintergrundinfos:
Das seit 2007 in Vereinsbesitzt befindliche Gelände ist ein Relikt der militärischen Nutzungszeit des Walpersberges oberhalb von Großeutersdorf bei Kahla. Von April 1944 bis April 1945 wurde unter dem Namen „REIMAHG“ (Abkürzung für Reichsmarschall Hermann Göring) ein unterirdisches Rüstungswerk aus dem Boden gestampft. Neben der Erweiterung des schon seit Ende des 19 Jahrhunderts ausgebauten Sandabbausystems der Porzellanwerke Kahla, wurden weitere Stollen angelegt, um die ab 1943 stark unter Bombenangriffen leidende Flugzeugfertigung durch den Bau der sogenannten Wunderwaffe Messerschmitt Me 262 zu stärken. Trotz der geringen Zeit wurden bis zum Einmarsch der Amerikaner in provisorischen Bunkern außerhalb des noch in Bau befindlichen Stollensystems 20 bis 30 Flugzeuge fertiggestellt. Das Produktionsziel von 1200 Stück im Monat wurde jedoch verfehlt. Die Bauarbeiten für dieses gigantische Vorhaben mussten ausländische Zwangsarbeiter, deutsche Arbeitskräfte und Hitlerjungen durchführen. Die Bedingungen für die aus vielen Ländern Europas deportierten Menschen waren sehr schlecht. Die Unterbringung, die Arbeitszeiten und -bedingungen sowie die schlechte Versorgung führten zu mindestens 1000 Toten innerhalb eines Jahres.
Nach der Befreiung durch die Amerikaner, der Besatzung der Sowjets und der Sprengung eines großen Teils der Anlagen und Infrastruktur, zog nach einer Zeit der zivilen Nutzung als Gemüselager und Bohrkernarchiv 1974 wieder ein militärischer Nutzer in die Anlage ein. 29.000 m² wurden für das Komplexlager 22 der NVA ausgebaut, die bis 1990 Waffen und Munition im Stollensystem lagerte. 1997 wurde das zwischenzeitich an die Bundeswehr übergegangene Gelände verlassen und lag bis 2007 brach.

Führung am Walpersberg zur Geschichte der REIMAHG (Bild: GFV Walpersberg e.V.)
Eine ME262, die in der REIMAHG gebaut wurde. Eine Besichtigung der Bunkeranlagen ist derzeit nicht möglich. (Bild: GFV Walpersberg e.V.)
Autor:

Ricky Kuchenbäcker Geschichts und Forschungsverein Walpersberg e.V. aus Jena

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