Tierische Schlachtrufe der Thüringer Narren

Die Gans inspirierte Molbitzer Narren zum Schlachtruf „Wuhle, wuhle. Gaag, gaag."
  • Die Gans inspirierte Molbitzer Narren zum Schlachtruf „Wuhle, wuhle. Gaag, gaag."
  • hochgeladen von Sibylle Klepzig

Sind Thüringer Karnevalisten in Feierlaune, geht es nicht nur närrisch, sondern durchaus auch tierisch zu. Was sie mancherorts als Schlachtruf aus voller Kehle brüllen, lässt Außenstehende erstaunt aufhorchen.

Beim närrischen Treiben in Jena beispielsweise kommt ein Borstentier zu Ehren. Dafür sorgt der Karnevalverein "Lustiges Närrisches Treiben" (LNT) der Technika Jenensis. Kocht die Stimmung, donnert es durch den Saal: "Technika fass die Sau, hussassa! Technika küss die Sau! Technika fass die Sau!" Geboren wurde diese saustarke Tradition vor gut 30 Jahren. "Ein befreundeter Verein überreichte als Gastgeschenk ein Ferkel, das später am Spieß landen sollte. Als es ausbüchste, brüllte der Saal: Fass die Sau!", erzählt LNT-Vizepräsident Michael Schuhknecht. Wieder eingefangen, sollte das Tier auf des Publikums Geheiß geküsst werden.

Überhaupt haben die Jenaer lustige Ideen. Auch beim Katholischen Carnevalsverein (KCVJ). Hier ruft man gemeinsam "Sankt Johann Bim Bam!". Und im Karnevalsverein Ringwiese in Jena feiern die Jecken ausgelassen mit einem dreifachen "Ringel-Bietz!".

In Molbitz im Saale-Orla- Kreis ertönt es dagegen: "Wuhle, wuhle - Gaag, gaag!" "Früher wurde hier viel Vieh gehalten. Der Schlachtruf unseres Vereins hängt mit den Gänsen zusammen", versucht sich Torsten Fliedner, Präsident des Carnevalclubs Molbitz, in einer Erklärung. "Wuhle, wuhle - so rief man die Gänse. Das Federvieh antwortete: gaag, gaag."

Die Karnevalisten von Geisa im Wartburgkreis wählten die Geiß, das Symbol der Stadt, zum närrischen Wappentier. Das Zicklein ist ihnen so sympathisch, dass es die Geisaer gar zum längsten Narrenschlachtruf Thüringens inspirierte: "Zicke Zacke Zicke Zacke Geisa - ha, Zicke Zacke Zicke Zacke Geisa - ha, Zicke Zacke Zicke Zacke Geisa - ha. Hier meckert die Geiß. Hier meckert die Geiß. Hier meckert der Geißbock. Hier meckert das Geißböckchen!" Der Spruch, der für Ungeübte beinah Zungenbrecherqualität besitzt, wird tatsächlich mehrmals während der Prunksitzungen gerufen", versichert Ulf-Peter Neiße vom Geisaer Hinkelshagener Carneval-Club (GHCC). "Wir brauchen dafür kaum länger als andere für ein Helau", flunkert er.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen