Serie: Mein Museum
130 Jahre Kommunikationstechnik im Mühlhäuser Fernmeldemuseum

Einige Wandapparate, wie sie am Anfang des 19. Jahrhunderts und davor in Betrieb waren.
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  • Einige Wandapparate, wie sie am Anfang des 19. Jahrhunderts und davor in Betrieb waren.
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Was Gurkensalat und Glasfaser miteinander zu tun haben, weiß Bernd Stollberg, Vorsitzender vom Fernmeldemuseum Mühlhausen e.V.

Was gibt‘s Musehenswertes?
Besucher reisen durch 130 Jahre Fernmeldetechnik. Es beginnt mit alten Leitungs­telegrafen, die mit einem Morse­alphabet gearbeitet haben, und endet mit einem DDR-Modell von 1986. Die Apparate sind großteils Thüringer Produkte, viele wurden in Nordhausen produziert. Wir zeigen, wie sich die Kommunikations- und Nachrichtentechnik bis zur heutigen Übertragung mit Glasfaser­kabeln ent­wickelt hat. Gäste erleben, wie mit analoger Telefontechnik bis Mitte der 90er Fernsprechverbindungen aufgebaut wurden.

Ihr liebstes Stück?
Dazu gehören die wertvollen und schmucken Apparate mit dem Reichsadler. Sie werden zwischen 500 und 1000 Euro gehandelt. Genial ist auch der Leitungstelegraf, der bis 1889 im Dienst war. Wir haben ihn auf einem Dachboden entdeckt und restauriert. Er ist voll funktionsfähig.

Woran führt kein Weg vorbei?
Das Ur-Telefon von Alexander Graham Bell zeigt, wie 1877 alles angefangen hat. Bell war einer von dreien, die in der Patentanmeldung schneller waren. Erfunden hat das Tele­fon aber 1861 Philipp Reis, ein hessischer Physiker. Mit ­seinem Telefon wurde der ­erste Satz übertragen, der so kurios war, um zu beweisen, dass er nicht auswändig gelernt worden war: „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat.“

Museum zum Anfassen:
Bei uns summt, rattert, ringt und leuchtet es. Die Besucher können untereinander mit den Apparaten telefonieren – sogar wie vor über 100 Jahren.

Das muss gesagt werden:
Der Verein mit seinen 18 Mitgliedern betreibt viel Aufwand mit Pflege und Wartung. Kaum jemand ­beherrscht die Technik noch.

Kitzelnder Rufstrom

Sind auch Kinder hier ­museumsreif?
Zu uns kommen Kindergartenkinden und Schulklassen. Viele Jüngere wissen nicht, wie eine Wählscheibe funktioniert. Unvergessen bleibt für die ganz Kleinen, wenn wir Rufstrom durch ihre Hände leiten. Das kitzelt dann. Gymnasiasten helfen wir immer wieder bei ihrer Projektarbeit über Nachrichtentechnik.

Außer der Reihe:
Unsere Apparate sieht man immer wieder in Film- und Fernsehproduktionen. ­Immer am ersten Samstag im ­Oktober laden wir zum Tag der offenen Tür ein.

Museums-Rundgang:
Wir erzählen lustige Anekdoten, sodass eine Führung für alle unterhaltsam und interessant ist. Das Fachpublikum braucht bis zu drei Stunden. Bei Schulklassen geht es je nach Interesse schneller.

Zur Sache
Fernmeldemuseum
An der Burg 1 (Eingang: Tor der Burgmühle)
99 974 Mühlhausen

Öffnungszeiten:

Es gibt keine festen Öffnungszeiten, aber einen Bereitschaftsdienst. Die Termine stehen auf der Vereinswebseite. Nach Absprache werden Führungen angeboten.

Kontakt:

Telefon  0 36 01 / 8 55 68 40,
info@fernmeldemuseum-­muehlhausen.de,
www.fernmeldemuseum-muehlhausen.de

Buchtipp:
„Mein ­Museum“, 13,95  Euro. ­Online ­kaufen: www.klartext-­verlag.de oder im Buchhandel; per E-Mail: info@­klartext-verlag.de

Alle Museen der Serie finden Sie hier als übersichtliche Karte und hier auf unserer Themenseite.

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